Internetmarketing

Erstellen Sie verständliche und barrierefreie Texte

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Texte einfachundverständlich die dominanten Emotionen Ihrer Bedarfsträger ansprechen. Je einfacher dies geschieht, desto nachhaltiger ist der Effekt.

Barrierefreiheit von WebseitenundWebseiteninhalten kommt nicht nur Menschen mit Behinderungen zugute, sondern vereinfacht die Informationsaufnahme für alle Websitebesucher Ihres Internetauftritts.

Verständlichkeit ist die Grundlage dafür, dass Ihr Internetangebot von Ihren Websitebesuchern erfasst wird. Je verständlicher Ihr Text ist, desto besser wird er vom Rezipienten aufgenommen. Die Verständlichkeit eines Textes findet dabei auf fünf verschiedenen Ebenen statt:

  • basale Verarbeitung
  • semantisch-syntaktische Verarbeitung
  • elaborierte Verarbeitung
  • reduktive Verarbeitung
  • rekonstruktive Verarbeitung

Mit der Beherrschung der Regeln dieser Verarbeitungsebenen sind Sie in der Lage, Texte so zu schreiben, dass diese von Ihren Lesern einfachundwirksam aufgenommen werden können. Da sich dementsprechende Texte zu einem großen Teil auf den Erfolg Ihres Internetauftritts auswirken, gehe ich im Detail auf die einzelnen Ebenen ein.

Beim Verarbeitungsprozess des Lesens werden nicht die einzelnen Buchstaben erfasstundinterpretiert, sondern einzelne Silbenundkurze Wörter als Ganzes. Je einfacher die SilbenundWörter aufgenommen werden können, umso einfacher funktioniert die sogenannte basale Verarbeitung. Sie können diese Verarbeitungsstufe durch einfache Methoden begünstigen, indem Sie eine standardisierteundleicht lesbare Schriftart verwenden, auf ausreichende Kontrastverhältnisse achtenunddie Zeilenbreite auf einen Wert von ca. 35 – 40 em (em = relative Maßeinheit der Zeichengröße) beschränken.

Die semantisch-syntaktische Verarbeitung verkettet die im Lauf der basalen Verarbeitung erkannten SilbenundWörterunderzeugt ein wörtliches Verstehen. Sie können die semantisch-syntaktische Verarbeitung durch einen konsistenten Satzbau begünstigen. Ein wirklich gutes Vorbild ist dafür zum Beispiel die Bild-Zeitung. Die Redakteure arbeiten hart daran, komplexe Sachverhalte auf ein einfachstes, aber dennoch verständliches Niveau zu transformieren.

Auf der elaborativen Ebene sind Sie durch die Textgestaltung in der Lage, Ihre Bedarfsträger in einem gewissen Rahmen im Denken zu leiten. Ihre Bedarfsträger verknüpfen auf der elaborativen Ebene bestehendes Wissen mit den von Ihnen bereitgestellten Informationenunderzeugen daraus neues Wissen. Setzen Sie schon alleine aus diesem Grund nur den kleinsten gemeinsamen Nenner an Vorwissen bei Ihrer Bedarfsgruppe voraus. Sie können die elaborative Verarbeitung Ihrer Internettexte durch eine konsistente Strukturierung begünstigen, indem Sie generell wichtige Informationen zusammenfassenundsie hervorgehoben an den Textbeginn stellen.

Auf der reduktiven Ebene bei der Verarbeitung Ihrer Texte werden diese durch SelektionundGeneralisierung zusammengefasst. Das hat einen guten Grund: Würden wir versuchen, alle Informationen ungefiltert aufzunehmenundzu speichern, wäre der Wahnsinn nicht weit. Unser Unterbewusstsein lässt uns lediglich einen kleinen Teil der permanent auf uns einströmenden Informationen zukommen. Und selbst von diesen wenigen Informationen werden wiederum nur Bruchteile kurzfristig gespeichert. Auch den Prozess der reduktiven Verarbeitung können Sie begünstigen, indem Sie Zusammenfassungen bereitstellenundeine sinnvolle Strukturierung Ihrer Internettexte durchführen.

Auf der letzten Ebene, der rekonstruktiven Verarbeitung, erfolgt ein Abruf des über die kognitive Texterfassung konstruierten Wissensunddie Verbindung mit dem aktuell erfasstenundbereinigten Wissen. Dieser Prozess ähnelt der elaborativen Verarbeitung, greift jedoch wesentlich tiefer – auch kann das neu erzeugte Wissen länger gespeichert werden.

Verwenden Sie deshalb für Ihre Texte eine einfacheundverständliche Sprache. Ein interessanter Ansatz hierfür ist die Erhöhung des Flesch-Index-Wertes (http://www.leichtlesbar.ch/html).

Für eine gute Aufnahme von Texten durch Ihre Websitebesucher gibt es einige Prinzipien, die Sie in jedem Fall bei der Planung Ihrer Internettexte berücksichtigen sollten:

  • Strukturieren Sie Ihre Texte durch ÜberschriftenundUnterüberschriften. Nach etwa 15 bis zwanzig Zeilen reiner Textinhalte werden Leser am Bildschirm unkonzentriert. Sie verlieren nachundnach die Fähigkeit, die nachfolgende Zeile nach einem Zeilenende einwandfrei zuzuordnen. Probieren Sie es selbst aus: Lesen Sie einen langen Text am Bildschirmundzählen Sie anschließend, ab welchem Punkt Sie in der Zeile "versehentlich verrutscht" sind. Sie können diesem Effekt entsprechend vorbeugen, indem Sie Ihre Internettexte durch Überschriften in kleinere Leseblöcke gliedern. Ebenso lockert der Einsatz von Bildern lange Internettexte auf. Idealerweise sollten diese Bilder natürlich im Einklang mit den Inhalten stehenunddiese ergänzenodererklären.
  • Nutzen Sie die oben geschilderte Anforderung zur strukturierten Unterteilung von Internettexten, um pro Absatz nur eine Aussage zu kommunizieren. Mehrere Gedanken pro Absatz erfordern vom Leser eine höhere Konzentration, was wiederum die Erfassbarkeit Ihrer Aussagen erschwert.
  • Sorgen Sie für eine typografische Hervorhebung Ihrer Schlüsselwörter. Diese Vorgehensweise ist nicht nur hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung empfehlenswert, sondern erhöht auch die Scanbarkeit Ihrer Internettexteundbietet damit Ihren Websitebesuchern die Möglichkeit einer höheren Lesegeschwindigkeit. Ihr Text ist dadurch leichterundschneller erfassbarundfür Ihre Leser attraktiver.
  • Stellen Sie Ihren Lesern eine kurze Zusammenfassung des Textes gleich am Anfang bereit. Diese Vorgehensweise erleichtert die Entscheidung, ob ein Text lesenswert istodernicht. LinearitätundVorhersehbarkeit von Texten schützen zwar vor Überraschungen. Allerdings sind es gerade überraschende AussagenundEffekte, die Websitebesucher zum Weiterlesen animieren.
  • Steigern Sie mit kurzen Sätzen die Lesebereitschaftundanschließend mit mittellangen Sätzen die emotionale Bereitschaft, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.
  • Hauptsachen gehören in Hauptsätze. Verwenden Sie beigeordnete Hauptsätze statt Nebensätze, wenn Sie dem Hauptgedanken etwas hinzufügen möchten. Wenn Sie Nebensätze verwenden, dann achten Sie darauf, dass Sie diese nicht unnötig verschachteln.
  • Verzichten Sie wann immer möglich auf Fremdwörter. Es ist nicht schlimm, das Wort "Schlüsselwort" zu verwenden, auch wenn "Keyword" möglicherweise viel "cooler", moderneroderszenenmäßiger klingt. Das Wort "Schlüsselwort" wird von jedem verstanden, der der deutschen Sprache mächtig ist.
  • Formulieren Sie positive Texte ohne Verneinungen. Ihre Websitebesucher möchten nicht wissen, was "nicht" ist. Vielmehr möchten Sie erfahren, was "ist".
  • Setzen Sie aktiveundpassive Formulierungen gezielt ein. So können Sie eine handelnde Figur aktiv in Szene setzen: "Herr Müller öffnete die Tür." Wenn der Akteur jedoch nicht wichtig istoderbewusst weggelassen werden soll, kommt eine passive Formulierung zum Einsatz: "Die Tür öffnete sich."