Das dicke, unangenehme Monster Namens “Nausgschmissensgeld”

Letzte Nacht wachte Rainer Stoll, Geschäftsführer eines schwäbischen, mittelständischen Immobilien-Unternehmens schweissgebadet auf, griff sich schmerzverzerrt ans Herz und grübelte keuchend über
seinen Traum nach:

Damit sein Unternehmen jetzt auch im Internet vertreten ist, hat er sich von einem guten Kumpel eine “Homepage” machen lassen. Schön bunt, mit flotten Sprüchen wie “Unsere Kompetenz für Ihren Unternehmenserfolg” und so. Doch kaum war die Homepage im Internet, stand plötzlich ein dickes, faules Monster in der Tür und stellte sich als “Nausgschmissensgeld” vor.

Es roch fürchterlich nach Aufwand, Mühe und Nachdenken, pupte kurz, setzte sich dann schmatzend in eine Ecke und stellte nur eine einzige Frage:

“Weshalb erstellst Du eine Website, ohne Dir vorher Gedanken über Deine Internet Marketing Strategie zu machen?”

Der Geschäftsführer wollte das fette, unangenehme Monster wieder loswerden. Und er mochte auch diese Art der Fragen nicht. Klar, man hätte eine Bedarfsgruppenanalyse machen können. Und ja klar, man hätte erst einmal ein Ziel definieren müssen. Ja, ja, ja, verdammt nochmal mal, man hätte auch den Text und das Design auf die dominanten Emotionen der identifizierten Bedarfsgruppen anpassen müssen und so weiter und so fort …

WAS EIN AUFWAND, ich will doch bloß ins Internet, damit ich mein Gewissen beruhigen kann!!!

Das dicke Monster kratzte sich am Po, nahm dreitausend Euro aus der Portokasse (soviel hatte zufällig auch die Homepage gekostet) und verschwand mit den Worten: “Die haste eh grad zum Fenster rausgeworfen. Ich mag Dich. Ich komm’ jetzt öfters, Du scheinst ja nix dazu zu lernen … “

14. August 2009 4 Kommentare
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4 Kommentare zu Das dicke, unangenehme Monster Namens “Nausgschmissensgeld”

  1. Irgendwo habe ich das schon einmal gehört. Als Nachweis muss man nur beim Google schauen. Lauter schöne Website-Leichen …

  2. Pingback: Was kostet Onlinemarketing?

  3. von Stephan :

    Traurig aber wahr ;-)

  4. Hallo Herr Kratz,

    das “Nausgschmissensgeld”-Monster treibt sich bei der Anzeigenwerbung schon seit Jahrzehnten rum. Weil die Kleinanzeigen nicht ganz so viel EUROS verschlingen, wie ein Webdesign, sind die Happen etwas kleiner, dafür um so häufiger.

    Die Masse der Unternehmer vertraut bei der Werbung mit Kleinanzeigen lieber den Mediaberatern der Zeitungsverlage, als dem gesunden Unternehmerverstand.

    Nun denn, machen wir weiter Jagd auf das “Nausgschmissensgeld”-Monster.

    Petri Heil

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