“Schnell! Ein Webshop muss her!” Seit Wochen und Monaten verkneife ich mir diesen Artikel. Eigentlich nur aus einem Grund: Diejenigen, die es betrifft, wollen und werden diesen Artikel nicht lesen.
Die Vorgehensweise hat Methode: Herr Häberle will mit seinen Produkten ins Internet. Und zwar schnell, günstig und bitte Pronto. Ein kompletter Webshop muss her. Mit Anbindung an das interne ERP-System und allem Drum und dran. Der Shop soll auch erst öffentlich gemacht werden, wenn alle 2.700 Produkte darin erfasst sind. Die Frage nach einem Online Marketing Konzept wird verneint. Das kommt aber ganz bestimmt, sobald der Shop online ist. Und wenn der Shop dann auch wirklich online ist, soll sich jemand um die Suchmaschinenoptimierung kümmern. Welches Shop-System ist denn technologisch eigentlich das Beste?

Was dann passiert, ist schnell erzählt: Der Webshop ist da, das Budget aufgezehrt. Die Kunden bleiben aus, weil die Suchmaschinenoptimierung zeitlich mehr Vorlauf benötigt. Darüber hinaus bewegt sich der Webshop-Betreiber in Gewässern, in denen es vor aggressiven Mitbewerbern nur so wimmelt.
Würde ich nicht jede Woche drei oder vier mal mit solch einer Situation konfrontiert werden, wäre mir das völlig Wurst. Aber irgendwie scheint die ganze Sache immer ein und demselben Muster zu folgen: Webshop muss her. Webshop ist da. Budget ist alle. Kunden bleiben aus.
Was ich bisher gelernt habe: Es ist in 98% der Fälle völlig sinnlos, einem Geschäftsführer in der erstmaligen Webshop-Euphorie zu erklären, dass 80% seines Plans und seines Budgets in die erstmalige und dauerhafte Vermarktung seines Webshops fließen sollte. Es wird schlicht nicht ankommen.
Weshalb scheitern so viele Webshops?
Die Gründe, weshalb ein Webshop nicht “funktioniert” ist so individuell wie die Unternehmen, Produkte und Ziele dahinter. Doch der Blick auf die Menge vieler gescheiterter Webshops zeigt ein sehr eindeutiges Muster. Auf einige Elemente möchte ich in diesem Artikel kurz eingehen:
Keine ehrliche Marktforschung
Marktforschung braucht Mut. Mut, auf seine bestehenden und potentiellen Kunden zuzugehen. Zu fragen: “Findet ihr das gut, was wir machen?” Und um direkt im Anschluss zu fragen: “Wenn ihr das gut findet, was wir machen, weshalb kauft ihr dann nicht?”

Vor allem die letzte Frage muss vorsichtig und mit Samthandschuhen eingesetzt werden. Die Fragestellung birgt unangenehme Antworten, zwingt den Kunden zu einem Outing nach dem Motto: “Butter bei die Fische – habt ihr kein Geld?” . Trotzdem sollte sie gestellt werden. Dann kommen so Antworten wie: “Wir brauchen es nicht.” Oder: “Das Angebot bringt uns keinen Mehrwert.” Oder: “Wir haben keinen Wettbewerbsvorteil, wenn wir das Angebot einsetzen.” Im B2C-Bereich sehen die Antworten oft anders aus: “Es hat mich nicht angemacht.” “Meine Freundin kauft das auch wo anders.” “Ihr habt kein Bonusprogramm.”
Um herauszufinden, welche Angebote überhaupt in den Webshop gehören, braucht es also mindestens
- eine Aussage über die “webshopfähigkeit” eines Artikels
- eine ehrliche Auswertung, ob Kunden sich überhaupt für den Artikel interessieren
- Informationen, wie die Mitbewerber diesen Artikel – oder ein Surrogat – anbieten
Die Administration jedes einzelnen Artikels eines Webshops kostet Zeit und Geld. Schon allein aus diesem Grund sollte sich jeder Betreiber auf die rentablen Artikel beschränken.
Keine Fokussierung und Positionierung
Bevor ein Aufschrei durch die Reihen geht: Selbstverständlich ist der Webshop XY vollkommen auf den Bereich Matratzen und der Webshop Z gänzlich auf den Bereich “Opel Ersatzteile, Ersatzteile Opel, Opel, Ersatzteile” ;-) ausgerichtet.

Viel spannender ist doch oft die Frage: “Ist der Webshop auf mein Kundensegment XY ausgerichtet? Wenn ja, an welchen konkreten Kundenaussagen mache ich das fest?” Um das herauszufinden fragt man am Besten … die eigenen oder die potentiellen Kundensegmente ;-)
Produktverliebtheit und Selbstüberschätzung
Dieser Punkt ist einer der Gründe, weshalb ich den Artikel eigentlich gar nicht schreiben wollte. Sagen Sie mal einem Maniker, dass er übertreibt. Und sagen Sie mal einem Geschäftsführer in der Webshop-Euphorie, dass er sein Produkt, seine Prozesse und seinen Markt “etwas verzerrt einstuft”. Er wird Sie nicht ernst nehmen – aus gutem Grund. Zumindest aus seinem eigenen guten Grund. Diesen Punkt sehe ich mittlerweile als einen der Haupttreiber, weshalb Webshops scheitern.
Um dieses Manko zu überwinden, gibt es ein simples, extrem schwieriges Mittel: Fragen Sie nicht Ihre (oft freundlich gesinnten) Mitbewerber, um Ihre Einschätzung zu beleuchten. Fragen Sie auch nicht Ihre Mitarbeiter oder Kollegen. Fragen Sie nicht Ihre Feinde. Fragen Sie nicht Ihren Online Marketing Berater. Fragen Sie auch nicht Ihre freundlichen, loyalen Kunden.
Fragen Sie als erstes die Kunden, die Ihrem Unternehmen gerade den Rücken gekehrt haben. Aus Frust, aus Enttäuschung, weil die Produkte nichts taugen, weil die Logistik Schrott ist oder Ihre Prozesse nicht stimmen.

Sie werden von keiner anderen Menschengruppe ein schonungsloses und ehrlicheres Feedback erhalten, wie es um Ihr Unternehmen und um Ihr Vorhaben für einen Webshop in einer ungeschönten Außensicht steht. Ein vergrätzter Kunde hat kein Problem damit, Ihre Produktbeschreibung in der Luft zu zerreißen, wenn sie es verdient hat. Von allen anderen Gesprächspartnern werden Sie eher diplomatische Loyalitätsbekundungen und bestenfalls seichte Verbesserungsvorschläge erhalten. Wichtig ist natürlich, dass aus den Rückmeldungen vor allem die konstruktive Kritik entnommen wird.
Eine einfache Online Marketing Methode für Webshops
Jetzt haben Sie einen ganzen Artikel gelesen, was nicht oder nur bedingt funktioniert. Dann werfen wir nun einfach einen Blick auf Methoden, die funktionieren und jeden Tag tausendfach eingesetzt werden.

Falls Sie Ihren neuen Webshop noch nicht gestartet haben, probieren Sie bitte die nachfolgende Methode aus. Sie ist kostengünstig, kann zeitnah umgesetzt werden und liefert Ihnen innerhalb weniger Tage eine Aussage, ob eine Online-Vermarktung Ihrer Angebote im großen Stil funktionieren kann – oder eben nicht:
- Identifizieren Sie in Ihrem Portfolio das beste Angebot, das Sie haben: Nehmen Sie das Produkt mit dem höchsten Deckungsbeitrag, der besten emotionalen Kommunikation und dem größten Bedarf innerhalb eines solventen Kundensegments.
- Analysieren Sie die Positionierung des Angebots bei Ihren Mitbewerbern und sorgen Sie dafür, dass Sie keine “Me-Too” Strategie fahren werden.
- Erstellen Sie eine einzige, einfache Verkaufs-Seite für dieses Angebot und bewerben Sie es im selben Umfang, wie Sie es für den Webshop ohnehin gemacht hätten: Durch PR, SEO, SEA, Affiliates, Social Media, Videos, Offline-Werbung, Gutscheinaktionen.
- Zielen Sie auf der Verkaufs-Seite auf die emotionale Kommunikation ab und preisen Sie das Angebot authentisch und empathisch an, als würden Sie gerade Ihr eigenes iPhone / Android Handy / {eigenes Statussymbol hier einfügen} vermarkten.
Integrieren Sie einen einfachen Kaufprozess und eine robuste Logistik. Führen Sie einfache A/B Split-Tests durch. Reproduzieren Sie diese Schritte für drei, vier, fünf weitere Produkte. Messen Sie relevante Metriken wie Zugriffszahlen und Kaufraten. Interpretieren Sie die Resultate und entscheiden Sie nach einigen Tagen, welche Bedeutung Sie der sorgfältigen Konzeption Ihres Webshops fortan beimessen möchten:

Unterm Strich: Es gibt eigentlich fast keinen Grund, vor der Konzeption eines Webshops kein ausführliches Testing zu betreiben.
Gutes Gelingen wünscht Ihnen
Ihr Karl Kratz



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Solche tollen Artikel helfen ungemein, die eigentlichen Probleme mal von der ‘anderen Seite’ her zu hinterfragen. Danke dafür! ;)
Pingback: Die intensivsten Online-Marketing-Artikel im Blog 2011
Der Artikel beschreibt die Realität genau richtig. Es macht zwar Sinn den Vertrieb im Internet zu prüfen, aber bitte mit genug Vorlauf und einer kompletten Marktanalyse. In der Fläche ist der Markt nicht immer transparent, im www ist es wahnsinnig transparent und der Wettbewerb ist nur einen Klick entfernt. Um im www erfolgreich zu sein (ich bin mir sicher, dass maximal 5% aller onlineshops es sind) ist neben know-how auch Ausdauer und Fleiss gefragt. Das vergessen leider die meisten.
Interessanter Artikel. Es ist immer wieder traurig zusehen zu müssen, wie Optimisten einen ganzen Monatslohn in einen neuen Webshop investieren, nachdem sie kein einziges Produkt am Telefon verkauft haben. Meine Frage lautet im Normalfall: “Wieviel in Prozent des bisherigen Umsatzes, wollen sie über das Internet generieren?” Grosse Augen und fragende Blicke sind das Uebliche an Antworten die auf diese Frage bekomme. Fast definitiv werde ich auch keinen Webshop für so einen Auftraggeber realisieren können. Aber ich durfte schon etliche Marketingkonzepte auf die Beine stellen helfen. Ist genauso lukrativ und es schläft sich bessen. Wenn dann das Konzept nach 1 – 2 Jahren auch noch erfolgreich wird, habe ich den Webshop ebenfalls im Sack!
Danke für den Artikel
Grüessli aus der Schweiz
Alphons / Webinfo Ganterschwil
Stimmt Freddy aber viele “wissen” es halt dann immer noch nicht. Scheinbar geistert immer noch der Sinn nach dem schnellen Geld umher und viele denken, einen professionellen Onlineshop, er Alles alleine macht, samt super Werbung und anschließendem nicht enden wollenden Besucherstrom gibt es schon ab 2000 € :-)
Der Artikel habe ich gleich einmal ins PDF gepackt und im Kreis herumgereicht. Danke, dass ich da mit meiner Meinung nicht alleine dastehe. Aber wieso wollen es die Kunden nicht glauben? Ich arbeite seit 6 Monaten an meinem eigenen Shop mit ca. 50 Produkten und es ist immer noch nichts online. Warum wohl? Der Shop ist halt einfach noch nicht fertig und der Kunde kann immer noch problemlos per Telefon bestellen. Also geht auf die Leute ein die einen Webshop “von heute auf morgen” auf die Beine stellen wollen und fragt nach, was Sie in einem Jahr damit umsetzen wollen. Dann wissen sie auch was ein guter Webshop kostet.
Guter Artikel aber wie immer gibt es viele Standpunkte. Der Programmierer wird wieder sagen, er bekommt zu wenig Zeit/Budget, der Designer ebenso. Letztendlich geht es doch meist nur um ein viel zu geringes bzw. unrealistisches Budget. So wird leider viel Geld verschenkt und Projekte in den Sand gesetzt.
Viele Kunden wollen mit den Shops tausende Euros im Monat verdienen, sind aber nicht einmal bereit, einen solchen angepeilten guten Monatsverdienst für die Fertigung auszugeben. Man beziehe das einfach mal auf ein Ladengeschäft. Das zahlt man auch nicht im ersten Monat ab :-) Das geht über Jahre.
@Petra H.: Ich sehe hier nicht die Schuld bei den Agenturen, jedenfalls nicht grundsätzlich. Wie schon im Artikel steht, es ist oft ein Reden gegen die Wand.
@Max Adler: Das kenne ich und dann meinen die Kunden 1000 € wären für den Shop schon zu viel des Guten :-)
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Bevor man ueberhaupt an einen Webshop denkt sollte der jenige Mensch erst an sich selber und dann an sein Produkt glauben!Denn wie schoen der Artikel auch nur sein kann,es hilft niemanden wenn der jenige Im Angst oder Zweifel mit Kreditausleihung und mit Schulden an der Bank einen Webshop eroeffnet.Deswegen sollte man sich vorher beraten lassen.Natuerlich wenn man schon eroeffnet,sollte man mit sehr viel Geduld anfangen zu lernen und das Herz mit guten Verhalten und Glauben oeffnen!Und was es der Verkaufseite angeht:z.b.SEO,SEA,Social Media,Videos,besonders Gutscheinaktionen die ja auch einen haufen Geld kosten,wuerde ich mich am Anfang ein bisschen einschraencken und mit minimalen Vorgaengnissen anfangen!(bis man quasi sich ein bisschen aufbaut).
Ueber den Textartikel koennte man doch diskutieren sowohl auch ein bisschen ausbessern und anders argumentieren!Aber die Idee den Kunden zu befragen,welche nicht eingekauft haben,finde ich doch eine tolle Idee!
Trotzdem Danke fuer den Beitrag und den Tips!
Webshop=sehr viele Arbeit!
Pingback: » Komm auf den Punkt! – Zeit ist Geld!
Auch dieser Artikel ist genial, gerade die “Testphase” mit den sofgfältig ausgewählten Artikeln kann eine menge Geld und Zeit einsparen.
Ich werde dieses Konzept selber testen.
Pingback: Dekonstruktivismus im Online Marketing
tolle Idee Kunden zu befragen, welche nicht gekauft haben. Bei vielen Providern auch schon sehr oft eingesetzt. Aber wie soll ich das mit meinen abgesprungenen Kunden vom Webshop machen???
Ja, Kunden sind schon eine komische Spezies:
Sie wollen meistens Alles und das nicht nur sofort, sondern am Besten gestern. Natürlich darf das, wenn überhaupt, nur wenig kosten.
Richtig ist auch , dass Deutschland eine Service-Wüste ist und deswegen wird man auch oder gerade bei vielen Business-Kunden auch sowas wie Demut, Lernbereitschaft und innovatives Denken und Handeln nur selten finden können.
Richtig ist aber auch, dass das Wort Dienstleister von dienen (Diener) kommt und in dienen steckt eine sehr große Portion Demut…
Als Dienstleister muss ich die richtigen Fragen stellen, anschließend gut und lange dem Kunden zuhören, um soviel wie möglich über seine Arbeit, seine Produkte/Leistungen und seine Kunden zu erfahren. Meistens reicht dieses aber nicht aus und ich muss im Internet oder anderswo recherchieren, um dann die allerbesten Ideen für ihn zu entwickeln, die ihn dann möglichst zum erfolgreichsten Shop- oder Webseitenbetreiber der Welt machen.
Aber auch das reicht noch nicht aus, denn das Wichtigste muss ich noch tun
Ich muss ihm vor allem seine Ängste nehmen. Denn erst dann wird er sich gerne von mir zum Erfolg führen lassen, selbst dann, wenn er erkennen muss, dass seine Wünsche nicht sofort und auch nicht für ein Ei und ein Butterbrot zu erfüllen sind.
Wenn er dann während bzw. nach der gemeinsamen Arbeit mir aus vollem Herzen für die gemeinsame Arbeit dankt, dann freue ich mich riesig darüber, nicht nur weil er dann auch gerne und schnell seine Rechnung begleicht, sondern mich darüber hinaus auch gerne weiterempfiehlt. ;-)
Weiterempfehlen wird er mich zu Recht nicht, wenn ich seine Wünsche und Ängste nicht ernst nehme und ihn sogar (in der Öffentlichkeit) beschimpfe (beratungsresistent) und/oder für dumm verkaufe, indem ich ihm z.B. einen solchen Artikel zusende, obwohl ich genau weiß, dass er diesen auch gefühlsmäßig nicht verstehen kann. Letzteres ist nur dumm/arrogant und in keinem Fall und für keinen hilfreich.
Ein Diener ist nicht arrogant, auch wenn er mehr weiß, wissen muss, um seinem Herrn helfen zu können; er verschwindet auf leisen Sohlen, wenn er nicht benötigt wird, ist aber immer sofort wieder da, wenn er gebraucht wird und erträgt auch meistens die Launen seines Gebieters…
Es wäre schön, wenn möglichst alle Dienstleister die Verhaltensweisen eines guten Dieners verinnerlichen würden. Denn dann würden diese Diskussionen endlich der Vergangenheit angehören und auch Deutschland keine Service-Wüste mehr sein.
Letzteres würde auch uns Dienern das Leben leichter machen.
:-)
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Klare Wort und ein spitzen Artikel, der mich etwas zum schmunseln gebracht hat. Ich selber besitze seit 7 Jahren einen Onlineshop. Es ist schon erstaunlich wie blauäugig viele an die Sache rangehen und viel Geld will auch niemand ausgeben. Mich wundert das nicht, dass nach 1/2 Jahr die meisten Ihren Onlineshop wieder dicht machen oder pleite sind. Der Artikel bringt das wirklich auf dem Punkt, was ich mir immer denke.
Guter Artikel Herr Kratz, trifft den Nagel auf den Kopf. Erschreckend ist, wieviele Shopbetreiber keine Ahnung haben, unendlich viele Stunden Zeit investieren, um mit irgendendwelchen “Baukastenshops” versuchen Geld zu verdienen. In der Zeit hätten sie mal lieber jemanden beauftragt, der Erfahrung hat, und mit ihrem Tagesgeschäft das Geld dafür verdient.
Mich erstaunt außerdem, wieviele ihr Business fast komplett auf Amazon Marketplace oder Ebay aufbauen. Letzendlich sind es Amazon Kunden, und nicht die eigenen. Das geld, was an Prov. gezahlt wird, hätte man lieber in eigenes Markting usw. gesteckt.
Den Artikel werde ich sicher noch einige Mal an befreundete Kunden und Shopbetreiber weiterleiten ;-))
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Lieber Frederick,
danke für Deinen Beitrag – das ist natürlich eine berechtigte Frage. Ich hoffe, dass ich diese richtig verstanden habe, da ich nun leider das angebotene Produkt(?) nicht kenne. Bitte korrigiere mich, falls ich mit meinen Annahmen falsch liegen sollte:
Generell sollten auf diese Weise natürlich keine doppelten und dreifachen Inhalte erstellt werden.
Wenn für die drei unterschiedlichen Mengeneinheiten zwingend dedizierte Präsentationen des Angebots erstellt werden müssen, muss das aus meiner Sicht nicht unbedingt ein Nachteil sein. Vielmehr sehe ich darin eine Vorteil, um z.B. aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung eine größere Variation an guten (!) Texten bereitzustellen (unter Anderem für die Ausrichtung auf unterschiedliche Schreibweisen eines Suchbegriffs etc.).
Denkbar ist auch eine Nutzung der drei “erforderlichen” Beschreibungen, um ein und dasselbe Produkt für unterschiedliche Bedarfsgruppen anzubieten: Endverbraucher, Unternehmenskunden, Distributoren – jede dieser Bedarfsgruppe hat oftmals andere Prioritäten.
Falls jedoch keine drei unterschiedlichen Präsentationen machbar sind, kann die Auswahl eventuell fallbasiert auf einer einzigen Verkaufsseite abgebildet werden (z.B. durch eine Auswahlfunktion o.ä.).
Ich hoffe, das hilft weiter – falls nicht, wäre eine kurze Beschreibung des Produkts oder der Dienstleistung von Vorteil :-)
Herzliche Grüße,
Karl
Hi,
da stellt sich mir als angehender Shopbetreiber noch eine Frage:
Wenn ich ein Produkt habe, das es in 3 verschiedenen Mengeneinheiten gibt und auch als 3 eigene angelegt werden, muss ich dann auch 3 unique Artikelbeschreibungen machen?
Denn wenn ich bei den das selbe reinschreibe ist es doch doppelter Content, den google und co. nicht gerne seht?
Liebe Grüße und super Blog!
Frederick
KISS: Auf den Punkt gebracht Herr Kratz!.
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Das liegt einfach daran, dass jeder nach dem lesen eines einzigen Satzes glaubt, das ganze Buch gelesen und verstanden zu haben. Was kümmern mich die allgemeingültigen Regeln, wenn ich ja so viel klüger bin als die anderen. Das ist selbst bei einfachen Firmenwebseiten so. Wenn einer der Verantwortlichen sagt, das ist so, dann ist das eben so. Er kennt eben nur seinen eigenen persönlichen Geschmack. Ob den aber die Kunden interessieren? Senden sie ihren Artikel an eine ebensolche verantwortliche Person, dann wird der oder die schwer beleidigt reagieren, weil er oder sie das eigene so stolze Ego angekratzt sieht. Und vor allem, Sie sind schuld, warum auch haben sie das Thema nicht richtig rübergebracht. Das sind leider meine Erfahrungen, auch außerhalb von Onlineshops. Ohne Vertrauen in denjenigen, der die Arbeit übernommen hat, läuft alles schlechter und das Resultat wird nie so, als wenn (berechtigtes) Vertrauen durch den Auftraggeber vorhanden ist.
Viele Grüße
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Aber Hallo,
ich betreibe (oder, treibe ihn vor mir her) auch einen Onlineshop. Habe mich deshalb auch nicht getraut, hier meine Website zu erwähnen.
Dieser Artikel ist ja wohl so etwas von direkt und schonungslos.
Genau das, was ich eigentlich schon lange gesucht habe.
Ich muß mir das alles (Artikel+Kommentare) erst noch mal in Ruhe durchlesen, bzw. zu Gemüte führen.
Es sind ja so wahnsinnig viele Ideen und hintergründige Meinungen hier verteten.
Schöne Grüße aus Meck-Pomm
Ich gebe Ihnen vollkommen Recht mit Ihrem Artikel und er spricht mir ,als Dienstleister mit gut 10 Jahren Erfahrung in dem Markt, aus der Seele.
Aber ich denke das wir alle doch ,in unserer Funktion als Kunde, Tag für Tag so oder ähnlich handeln. Ich denke das es absolut menschlich ist und es ganz schlicht daran liegt, das wir einfach nicht mehr in der Lage sind mit dem Fortschritt schritthalten zu können und wir völlig überfordert mit der Flut an neuen Möglichkeiten sind.
Wir sind ständig gezwungen auf Basis von bestenfalls Halbwissen zu entscheiden.
Die Kluft zwischen Experten und Kunden im allgemeinen geht immer weiter auseinander und häufig haben wir nur noch Klischees darüber im Kopf wie Dinge zusammenhängen.
Ich denke das es unserer Pflicht ist zu beraten und feinfühlig die notwendigen Konzepte zu kommunizieren ohne von oben herab vom Thron des Experten zu sprechen und zynisch über die “Dummheit” des Kunden zu urteilen. Der Kunde kann es und muss es eben auch nicht wissen.
Meiner Meinung nach, ist es nicht die Kunst in der Lage zu sein einen einen technisch optimal entwickelten Webshop zu programmieren sondern mit viel Geschick und Feingefühl den Kunden an die Hand zu nehmen. Auch wenn der Kunde als absolut Beratungresistent erscheint.
Ich bin auch häufig darüber frustriert aber der größte Fehler ist es von seinem Expertenwissen auf das Wissen des Kunden zu schließen.
E commerce und Online Marketing ist auch nicht wirklich Raketenwissenschaft.
Manchmal muss man einfach zum Wohl des Kunden, trickreich diesen zu dem bewegen was richtig wäre und wenn der Kunde einem als Experten vertraut, funktioniert das auch.
“Sell Them What They Want, Give Them What They Need.”
Was ist aber wenn das Budget nur bis zur Erstellung eines Shops reicht, nicht aber zur Vermarktung? Dazu kann ich nur sagen, das große Agenturen häufig extrem überteuerte Preise für Webshops aufrufen weil sie mit Ihrem großen Overhead an Kosten das viele Geld benötigen. An dieser Stelle wird auch gerne mystifiziert und verkompliziert um die Arbeit wertiger erscheinen zu lassen und somit mehr aufrufen zu können.
Da bekommt man gerne schonmal 30.000 Euro und mehr für die Erstellung eines Webshops aufgerufen. Da wird völlig überquallifiziertes Hosting verkauft mit dem man Zappos betreiben könnte wo die Realität bei Neulingen im E-commerce ganz wo anders liegt. Ganz gleich wie groß die Firma in der offline Welt ist, am Anfang liegt der Absatz im Internet häufig so niedrig das man das man eigentlich auch erstmal mit Amazon, einem Yategoshop oder einer standard community Version von Magento die man auf einem Gameboy hosten könnte loslegen kann.
Das verträgt sich natürlich häufig nicht mit der Eitelkeit des Kunden. Aber das ist alles nur eine Frage der Kommunikation und wie ich mein Konzept verkaufe.
Der Kunde will eine Lösung, ein besseres Resultat, mehr Umsatz auf einem zusätzlichen Kanal und keinen Shop. Kunden wollen keine Website sondern das was eine Website für sie und ihr Unternehmen tun kann. Kunden möchten Pakete und kein Rohprodukt.
Für den Kunden ist das Erstellen eines Webshops, SEO und SEM eine Sache. Was als Beratungresistent gesehen wird, ist häufig einfach nur Überforderung. Ich will niemanden der mir ein Problem löst nur damit ich danach ein neues vorfinde das gelöst werden will. Ich will einfach nur das die Kiste läuft. Mich als Kunde stresst dieses ganze blöde Geschwätz über das Internet und Social media eh schon maßlos und warum kann es nicht einfach alles so weiterlaufen wie wir es mit unserem Unternehmen schon immer gemacht haben.
Ruft doch einfach 30.000 Euro für den Shop auf und setzt eine standard opensource Shoplösung auf, baut ein schönes Template welches der CI entspricht (alles für 5000 Euro zu machen) und macht doch einfach im Hintergrund alles was der Kunde braucht um Erfolg haben zu können. Natürlich Vorausgesetzt er hat mindestens ein gutes Produkt zu einem wettbewerbsfähigen Preis.
Aber das kann man ja klären bevor man einen Auftrag annimmt. Wir lehnen Aufträge von Firmen die kein Webfähiges Produkt haben auch einfach ab. Denn unterm Strich sind für den Kunden wir schuld wenn er keinen Erfolg im Netz hat nachdem er viel Geld und Zeit investiert hat.
Nur glückliche Kunden sind eben auch gute Kunden die wiederkommen und einen weiterempfehlen.
Hi,
ein echter `Kalle´ mal wieder, macht Spaß zu lesen…
Grüße
Gretus
@Karl:…der Webshop ist noch nicht gebaut und ich habe den Artikel trotzdem gelesen. Wenn ich jetzt auch noch die Tipps berücksichtige, ist das ja schon fast ein Kulturschock. Danke!
Du sprichst mir aus der Seele – haben aktuell mehrere Kunden mit der Gabe, jedes noch so offensichtliche Problem weg zu diskutieren! Werde mal auf diesen Beitrag verweisen.
Vielen Dank für die Arbeit!
Lieber Herr Wiechert,
welche Methode tatsächlich eingesetzt wird, hat (wie Sie schon schreiben) tatsächlich nur etwas mit der Schmerzgrenze des Betreibers zu tun ;-)
Mir ist in diesem Artikel wichtig, dass es überhaupt erst einmal zur Minimalkonzeption und zum Testing kommt … Aber die Erfahrung haben Sie sicher noch öfter gemacht, als ich :-)
Herzliche Grüße und einen schönen Tag,
Karl Kratz
Nun,
wie heisst es so schön im Versandhandel – am besten Sie testen.
Insofern weiß ich nicht, ob man vorher unbedingt in Marktstudien zuviel geben sollte oder ob ein etwas grösseres Sortiment in nem schnell aufgesetzten “Wegwerfwebshop” nicht der bessere Weg wäre, als nur 4, 5 Topseller zu testen (insbesondere wenn es sich um Sortimente handelt, die sich nur rechnen, wenn die Warenkörbe mehr als 1 Artikel umfassen)
Ansonsten geht es natürlich NOCH rustikaler – wieso brauchst es überhaupt für erste Erkenntnisse ein rustikale Logistig? Warum muss ich überhaupt Ware ausliefern? Reicht für erste Erkenntnisse nicht ein reiner “Trockentest”? Nicht die feine Art und in Internetzeiten sicherlich grad für bekannte Unternehmen aus Imagegründen gefährlich, aber um “mal schnell” ein bißchen Feeling zu bekommen ggfs auch ein gangbarer Weg.
Lieber Oliver,
Du musst die Tipps ja nicht 1:1 übernehmen … es ist nur eine von vielen Methoden, um im Vorfeld die Interaktion des Marktes und der Prozesse einschätzen zu können. Unvorbereitet bezahlt man diese Erfahrung in der Regel mit unnötig viel monetären Mitteln. Ich sende Dir übrigens im Laufe der nächsten Tage noch ein, zwei Kontakte ;-)
Herzliche Grüße, Karl
Zu diesem Artikel fällt mir “nur” folgendes ein: Das trifft den Online Nagel auf den Kopf!
Danke für diesen Artikel, schön mal so eine Meinung zu lesen!
Hinzufügen möchte ich: Viele angehende Shopbetreiber denken sich Märkte aus, wo gar keine Nachfrage (z.B. = Suchvolumen) besteht.
… und wo ist der Clou?
- Wäre denn besagtes iPhone überhaupt entwickelt worden, wenn Innovation sich aus Kundenumfragen speisen?
- Wieso ist ein Online-Händler wie Amazon Marktführer trotz unsäglicher Usability des Portals?
- Hätte es je im Prä-Google Zeitalter eine Mehrheit von Internetnutzern gegeben, die sich genau so eine spartanische Suchseite wie dann Google war wünschten?
3x: No, no, no !
Natürlich ist jeder ein Träumer, der glaubt die bloße Präsenz irgendeines Produktes oder einer Leistung im Internet – und sei sie noch so grandios – sei Garant für den merkantilen Erfolg. Dem ist natürlich nicht so, aber das gleiche gilt auch für einen Shop in der realen Welt. Bloße Präsenz auf der Düsseldorfer Königsallee reicht eben nicht.
Und dennoch… all dieser “Optimierungs-Wahn” führt lediglich dazu die bereits ausgetretenen Pfade noch breiter zu walzen! Erlogene und erschwindelte Rankings… dämliche Durchnittsprodukte, die eben (nur) massentauglich sind, werden durch diese Techniken, iLike It’s, Twitters, Bewertungen und dem letztendlich Kaufverhalten das dann wieder das Ranking befeuert hochgejubelt.
Alles andere fällt dagegen ab…
Das wird letztendlich zu einer Verarmung des Angebots führen und viele Produkte werden sterben oder es wird sie erst gar nicht geben.
Wir z.B. leisten uns, ganz gezielt auch Produkte in den Focus zu rücken, die etwas “abseitig” sind. Die Verkaufsschlager setzen wir bewusst nicht an die erste Stelle.
Warum hast Du mit diesem Artikel so lange gewartet – liest sich toll und enthält eine klare Kernbotschaft.
Gern möchte ich auf Franks Kommentar eingehen: Das Problem, welches in der Realität viel zu häufig auftaucht ist, dass die Kunden es auch nicht verstehen wollen und können und sich somit keine Zeit nehmen, in die Materie Shop tiefer einzusteigen.
Shopbetreiber wissen von Google, sind aber leider nicht immer bereit in Suchmaschinenoptimierung zu investieren und auch einige unserer Kunden begründen diese Einstellung im ersten Moment mit einem nicht messbaren Ertrag.
Um obigen Problemen vorzubeugen, sollte man einfach bei der Auswahl der Kunden vorsichtiger sein. Wir haben in den letzten Monaten so viele Anfragen im Keim ersticken lassen. Bei Anfrage nach gut und günstig bekommen die Anfragenden auch immer eine ehrliche Antwort: Zu viel zu tun und für wenig Geld wird und kann nicht gearbeitet werden. Nicht nur weil die Brötchen verdient werden muss, sondern weil es einfach keinen Spaß macht. Und wenn ich 100%ige Freude am Shop und Kunden habe, wird das Ergebnis noch besser.
Fazit: Was im alltäglichen Business gilt ist auch in Onlineshops nicht wegzudenken. Nur in Teamarbeit lässt sich ein gutes und langfristiges Ergebnis erzielen. Shopbetreiber, Marketing sowie Shopentwicklung müssen an einem Strang ziehen. Gut und günstig passt in der Regel nicht zusammen!
@Karl
Danke für diesen -wieder einmal-genialen Beitrag.
@Frank
Mutig, wie Sie hier über Ihre “wichtigsten Shop-Kunden” schreiben und dann diesen auch noch mitteilen, wo der Beitrag/Ihr Kommentar zu finden ist. Hut ab!
@Max
Na wenn der jetzt endlich ein esotorisches Produkt erfunden hat, was auch FUNKTIONIERT,klappt das sicher auch mit der Million.
Es passiert tagtäglich und wird so oft von Agenturen ignoriert. Meine Meinung ist ja, wenn mehr Agenturen so etwas grundsätzlich erstmal ablehnen würden und vor allem mehr Aufklärungsarbeit leisten würden, kämen die Webshopleichen gar nicht erst zustande. Leider gibt es immer wieder Unternehmen, die diese Wünsche gnadenlos umsetzen, tun sich selbst aber keinen Gefallen, denn jeder Auftraggeber kommt mit der Aussage: Sie sind Schuld, Sie haben den Webshop gemacht, aber er bringt kein Geld!!!
Warum nicht vorher schon intervenieren?
LG
P.S. Der Artikel ist super!
Pingback: Warum viele Webshops nicht erfolgreich werden! |
Auch wenn das ein dämliches Kommentar ist, aber ich finde den Artikel mal RICHTIG RICHTIG GUT!
Der Link geht sofort an meinen Cheffe wenn der aus dem Urlaub wieder da ist.. mit dem Hinweis.. ich brauch endlich mal eine “freie Hand” !
Vielen Dank!
Klare Worte, klare Sache!
Der Artikel hat Spaß gemacht und motiviert.
Ahmen! Ende und aus!
Mehr gibt es wirklich nicht zu sagen!
Wahnsinns Artikel. Den habe ich gleich mal an meine wichtigsten Shop-Kunden weitergeschickt. Bin gespannt auf deren Reaktionen. Ok. Sehr wahrscheinlich verstehen sie ihn nicht. Aber lesen müssen sie ihn trotzdem. :-D
Genialer Artikel. Und so schön aus dem Leben. Ich hatte gerade auch wieder einen schönen Fall, wo mir eine esotorisch veranlagte Person mit hochleuchtenden Augen erzählt hat, dass er jetzt auch sein Produkt -eine einmalige Weltneuheit- online vermarkten will. Im gleichen Atemzug erzählte er mir, dass dies auch gleich mehrsprachig geschehen solle, damit ganz Europa damit bedient wird. Er sprach -festhalten- davon, er würde dieses Jahr noch Millionen verdienen. Ich bin ja mal gespannt… *kopfschüttel*