Wenn die fehlende Zielsetzung den Kopf kostet

“Ich mach halt mal eine Webseite, Strategie kommt später. Ziele auch. Wird schon klappen.…”

Nein, das wird definitiv nicht funktionieren. Denken Sie z.B. an den Motor Ihres Autos: Viele hundert Teile müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit er ordentlich läuft. Wenn auch nur eine einzige Komponente fehlt oder nicht richtig eingestellt ist, läuft der Motor nicht.

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Marketing-Manager, Onlinemarketing-Experten, Geschäftsführer, Projektleiter usw. haben alle eines gemeinsam: Die Angst vor den Konsequenzen einer verbindlichen Zielsetzung.

Wirksames Onlinemarketing kann nur funktionieren, wenn es ein definiertes Ziel gibt. Was sich weichblubbernd anhört wie die schemenhaft verschwommene Lehrerstimme aus vergangenen Schultagen kann ernsthaften Unternehmern heute viele tausend Euro sparen – oder eben kosten!

Beliebte Ausreden Aussagen sind:

  1. Ich kann jetzt noch kein Ziel für meine Onlinemarketing-Kampagne festlegen, da ich den Markt noch nicht kenne.
  2. Das Ziel ist es, mit der Website das Produkt bekannt zu machen.
  3. Die Zieldefinition muss aus der Fachabteilung kommen.

Beliebte Reaktionen darauf sind:

  1. Für den Daten-Teppich sollten Sie vorher ohnehin eine Analyse durchführen.
  2. Das ist kein Ziel, das ist bestenfalls eine Absichtsbekundung.
  3. Mag sein, dass einzelne Zielparameter aus Fachabteilungen kommen werden. Aber Sie sind für das Gesamtwerk verantwortlich.

Weshalb reite ich auf diesem Thema so herum?

Die Erstellung präziser Ziele hilft nicht nur Ihnen. Es hilft allen, die an Ihrer Onlinemarketing-Kampagne beteiligt sind. Das sind zum Beispiel:

  • Der Geschäftsführer. Er wird Ihnen für die Transparenz dankbar sein. Falls die Onlinemarketing-Kampagne ein Flop wird und er Ihren Kopf rollen lässt, hatte er das vorher ohnehin vor.
  • Der Texter. Er bekommt einen klaren Eindruck davon, was von seinem Text erwartet wird.
  • Der Designer. Design wird deutlich “griffiger”, wenn der Designer das Ziel des Vorhabens kennt.
  • Der Usability-Spezialist. Wenn er die Zielsetzung kennt, kann er seinen Anforderungskatalog daran anpassen.
  • Der Datenschutzbeauftragte. Der Webdesigner. Der Entwickler. Der Tester, usw.

Das ist mühevoll, das gebe ich zu. Aber ich kann Ihnen versichern, dass Ihr Vorhaben deutlich an Fahrt, Planungssicherheit und Transparenz zunehmen wird, wenn Ihr Ziel mindestens folgende Faktoren erfüllt:

  • Ihr Ziel muss realistisch sein
  • Ihr Ziel muss begründet, belastbar und nachvollziehbar sein
  • Ihr Ziel muss messbar sein
  • Ihr Ziel muss einen End und/oder Kontrolltermin besitzen
  • Nur wirksame Ziele sind erstrebenswert

Und weil eiliges Scannen viel angenehmer ist, als tiny-Texte zu lesen, hier nochmal die grafisch aufbereitete Version:

Definieren Sie ein realistisches und erreichbares Ziel

Machen Sie Ihr Ziel nachvollziehbar und belastbar

Sorgen Sie für ein messbares Ziel

Definieren Sie klare, feste Termine

Wählen Sie wirksame Ziele

Die finale Checkliste

Ich hoffe, das hilft. Viel Spass bei Ihren Zielsetzungen,

Ihr Karl Kratz

25. Februar 2010 6 Kommentare
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6 Kommentare zu Wenn die fehlende Zielsetzung den Kopf kostet

  1. von Olaf Kaul :

    Toller Beitrag! Diese Ausführungen können wir nur unterstützen und möchten ergänzen, dass bei Zielsetzung immer auch die Umsetzung zu berücksichtigen ist!
    Dabei ist im Wesentlichen auch an die Außenkommunikation zu denken – was viele leider vergessen… im Sinne von ” ich mache einen schönen Webauftritt – erzähle es nur niemandem!”
    Gruß Olaf Kaul

  2. von Thomas :

    Die Final List find ich echt net schlecht. Meine Meinung wird wiedergegeben. Ohne Ziele ist man ziellos und somit auch ohne Erfolge.

  3. Pingback: Links zum Freitag, 26.2.2010 | Werbeideen auf Marketing Guide

  4. Pingback: Die 8 beliebtesten #Onlinemarketing + #SEO Artikel

  5. … sinnvoll, die Zieldefinition! Ein kleiner Merksatz dazu:
    Ziele müssen “smart” sein:
    * Spezifisch
    * Messbar
    * Ausführbar
    * Realistisch
    * Terminierbar

    Schöne Woche,
    Sir Charles Lytton

  6. Pingback: Ab wann ist eine Landing Page erfolgreich?

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