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Onpage- und Offpage-Optimierung: Alles klar! Aber Infrastruktur?!?


Beim heiteren "Online Marketing Kaffee & Kuchen-Event" ging es unter Anderem um das dritte Element in der konventionellen Suchmaschinenoptimierung: Infrastruktur.

Wer jetzt abwinkt, darf sich gerne zu den verblüfften Menschen stellen, die plötzlich erkannt haben "wie und weshalb zum Beispiel Standalone Landing Pages ohne Backlinks in kompetitiven Märkten auf 10+ Positionen ranken". Wichtig: In diesem Artikel möchte ich nicht auf die Infrastruktur-Erfordernisse von Link-Netzwerken eingehen, sondern auf die Aufgaben, die für jedes wertvolle Webprojekt umgesetzt werden sollten.

Veranlasse technische Grundsätzlichkeiten, die Deine Mitbewerber selten und Spammer so gut wie nie einsetzen.

Online Marketing » SEO » Infrastruktur

Es gibt einige Dinge im Bereich "Infrastruktur", die ein Spammer so gut wie nie machen würde: Es dauert zu lange, verursacht Kosten oder erfordert, dass man seine Identität preisgeben muss. Und es gibt Infrastruktur-Aufgaben, die Mitbewerber nicht wahrnehmen, weil sie diese nicht kennen, es vergessen oder schlicht zu faul sind. Was sind das für Grundsätzlichkeiten? Drei einfache Beispiele:

  • Betreibe die Domain eines wertvollen Projekts auf einer dedizierten Ressource (z.B. V-Server, Server, Serververbund) mit einer dedizierten IP-Adresse. Wenn ein Webprojekt eine eigene IP-Adresse verwendet, ist das bereits ein simples Indiz, dass hier kein billiger Shared-Hosting-Ansatz gefahren wird.
  • Erstelle ein SSL-Zertifikat und sichere Seiten ab, auf denen benutzerspezifische Daten erhoben werden. Führe diese Seite als HTTPS-Adresse auch in der XML-Sitemap auf.
  • Wenn schon eine dedizierte IP-Adresse, dann sollte auch der entsprechende Reverse-DNS-Eintrag gesetzt werden. Beispiel: karlkratz.de läuft auf der IP-Adresse 87.106.250.214, eine Namensauflösung von 87.106.250.214 ergibt karlkratz.de . Wer auch immer sich diesen Aufwand gemacht hat - derjenige ist sich ziemlich sicher, dass dieses ganze Konstrukt offensichtlich genau so (und vermutlich dauerhaft) laufen soll.

PageSpeed ist Kinderfasching. Blick unter die Haube: Es gibt deutlich mehr zu tun!

Die Anforderung und die inhaltliche Erfassung (Crawling) eines Elements im WWW (z.B. eine Website) verursacht beim Suchmaschinenbetreiber Kosten. Für uns als Menschen ist der langsame Aufbau einer Website vielleicht ärgerlich - für eine Suchmaschine sind Milliarden langsamer Seiten eine enorme Vernichtung betriebswirtschaftlicher Mittel. Google hat nicht ohne Grund seine PageSpeed-Direktive ausgerufen: Webmaster, die schnelle Websites bereitstellen, sollen belohnt werden. Vordergründig wird erläutert, dass eine schnellere Ladezeit zu einer besseren Benutzererfahrung führt. Richtig.

Der eigentliche Grund, weshalb Google sich über schnellere Ladezeiten freut, liegt auf der Hand: Schneller und einfacher aufzurufende und zu erfassende Inhalte senken die Betriebskosten und Entschleunigen die Erfordernis neuer DataCenter.

Die schnelle Erfassbarkeit von Websites ein betriebswirtschaftlicher Faktor für Suchmaschinenbetreiber. Das ist kein Geheimnis, aber spätestens jetzt sollte es bei jedem gezündet haben, weshalb schnelle Seiten sexy sind.

Wer die "PageSpeed"-Aufgaben im Onpage-Bereich bereits umgesetzt hat, sollte sich seiner Infrastruktur widmen. (Hinweis: Das Wort "Webserver" steht hier stellvertretend für Webserver wie auch "Webserver-Verbund inkl. Loadbalancer", Server-System bestehend aus Web+Datenbank-Cluster oder ähnlich gearteten Systemen).

  • Falls die Website im Rahmen eines Shared-Hostings läuft: Ist es möglich, dedizierte Ressourcen für die Website zu beschaffen, z.B. in Form eines eigenen (virtuellen) Servers?
  • Verfügt der Server über eine niedrige Latenzzeit bzw. ein schnelles Antwort-Verhalten?
  • Wurde für den Webserver ein Performance-Tuning durchgeführt?
  • Verfügt der Webserver über ein effektives Caching?
  • Laufen Datenbank-Server und Web-Server auf dedizierten Hosts um schnellere Resultate nicht-cachebarer Abfragen zu liefern?
  • Kann für die Datenbank ein Server mit schnellen SSDs eingesetzt werden, um Datenbankabfragen zu beschleunigen?

Das sind nur einige grundsätzlichen Fragen, die man zusätzlich zur gewöhnlichen PageSpeed-Arbeit im Bereich der Onpage-SEO stellen und beantwortet sollte.

Weitere Infrastruktur-Faktoren

Die eigentliche Liste ist noch lang. Deshalb notiere ich in aller Kürze noch die drei aus meiner Sicht wichtigeren Aufgaben, die zusätzlich ausgeführt werden sollten:

  • Latenz ist lästig, bei geografischer Verteilung jedoch kaum vermeidbar. Spätestens bei international ausgerichteten Projekten sollte man über ein Content Delivery Netzwerk oder geografisch regional betriebene Server-Systeme (inklusive dem dazugehörigen Deployment) nachdenken.
  • Nicht zu viele Webprojekte (jeweils eine IP pro Domain) auf ein und demselben Host einsetzen. Lieber mehrere Projekte auf unterschiedliche Hoster und mehrere Server-Systeme verteilen.
  • Auf Webserver-Sicherheit achten! Eines meiner beliebtesten Infrastruktur-Themen. Es gibt etwas Ärgerlicheres als eine gehackte Website: Wenn Google davon erfährt ;-) Die Auswirkungen gehen bekanntlich bis in den Ranking-Bereich ...

Viel Spaß bei der Umsetzung!

18 Kommentare zu Onpage- und Offpage-Optimierung: Alles klar! Aber Infrastruktur?!?

von tanja am :

Niedrige Ladegeschwindigkeit. Ja, das Problem kenne. Vor allen Dingen bezüglich Wordpress. Eine meiner Homepages (www.albumcheck.de) hat genau dieses Problem. Hier liegen fast 2.750 Artikel plus dazugehörige Bilder. Ich bereinige regelmäßig die Datenbank, optimiere die Größe der Bilder usw. Einen Chache habe ich nicht eingerichtet, das ist für die Internetseite irgendwie Kontraproduktiv. Werde demnächst einen Relaunch vollziehen. Bilder kann man sehr schön von einer anderen extra dafür angelegten Datenbank abrufen lassen. Ferner werde ich den Webspace hoch setzen. Ich lasse u.a. von einem kleinen Hoster meinen Account betreuen, der mit Df zusammenarbeitet. Wichtig sind auch die Ausfallzeiten.

von Markus Käkenmeister am :

Wir sehen als Hoster immer wieder, dass Kunden tolle Projekte auf viel zu "kleinen" Paketen hosten. Natürlich reicht der Webspace, PHP und MySQL ist auch da, aber die Site bleibt unterm Strich unter ihren Möglichkeiten. Schön, dass jemand mal beschreibt, warum es sich auch im Hosting lohnt, einige Euro mehr auszugeben: Dedizierter Server, eigene IP, eigenes SSL-Zertifikat und die Chancen auf Erfolg steigen enorm. M. Käkenmeister Productmanagement www.goneo.de

von Max am :

Ich beschäfige mich derzeit mit dem Thema bei einem ganz neuen Projekt, wo kann man noch mehr über die Infastruktur erfahren?

von Karl Kratz am :

Moin Björn, ich hoste bei 1et1 (nicht ratsam), Strato (bedingt ratsam), Host Europe, Domain Factory, Serverloft uvm.

von Björn Weichel am :

Hallo Karl, sagst Du uns bei welchen Anbieter Du die Webprojekte liegen hast? Würde mir den Anbieter gerne mal näher ansehen und evtl. wechseln.

von » Welcher SEO wohnt am besten? | DoFollow.de am :

[...] Karl Kratz, http://www.karlkratz.de/onlinemarketing-blog/ [...]

von Bernd am :

Toller Artikel. Überhaupt die Tipps mit der Infrastruktur. Das macht schon Sinn! Aber ich frage mich immer noch, ob es den nicht irgendwo Referenzen gibt was schnell ist. Ich meine, was ist eine gute Latenz und was eine schlechte. Oder muss man einfach nur schneller als der Mitbewerber sein?

von Die intensivsten Online-Marketing-Artikel im Blog 2011 am :

[...] Onpage- und Offpage-Optimierung: Alles klar! Aber Infrastruktur?!? [...]

von Interview mit dem Online Marketing Spezialisten Karl Kratz | Projekt SEO & SEM am :

[...] was man selbst und direkt beeinflussen kann” erweitert, dann ist der Faktor “Infrastruktur” deutlich [...]

von Steven am :

Hallo Karl! Toll, das endlich mal jemand das Thema anspricht. Die Frage des Hostings wird allerdings von den meisten Kunden unterschätzt. Da werden Shops shared gehostet aber es muss erstmal ne Facebook-Fanpage her ... und zu guter letzt dann als "Nachbar" auf der selben IP noch eine abgestrafte Domain ... ^^

von Frank am :

Oftmals reicht auch einfach eine simple HTML-Seite als LP, die gar keine umfangreichen Datenbankabfragen erfordern und blitzschnell da sind. Meist ist diese Lösung besser als ein aufgeblähtes Wordpress. Zumindest dann, wenn man nicht zwingend ein CMS braucht. Meine besten Seiten sind simple HTML-Gerüste. Dann noch ein bisschen die Grafiken tweaken und das Ding läuft. Es lohnt sich also auch heute noch, ein bisschen HTML und CSS zu "sprechen", Wordpress muss nicht immer sein.

von Top 10 der Woche 18/11 « Wochenrückblicke am :

[...] Infrastruktur als SEO Ranking-Chance [...]

von Micha am :

Die Ladezeit ist heute ein wichtiger Faktor für google. Auserdem ist es nicht schwer seine Seite mit ein paar Handgriffen zu optiemieren und die Ladezeit zu verkürzen.

von Onpage und Offpage fertig? | kein SEO-Blog !? am :

[...] Blog von karl kratz onlinemarketing gibt es einen interessanten Artikel um die eigenen Webseiten noch weiter zu verbessern. Dabei wird [...]

von Holger am :

Die Punkte habe ich auch berücksichtigt. Vor allem Reverse dns bringt einiges an serioesitaet. Pagespeed ist zu umfangreich um es zu tunen damit es wirklich Verbesserung bringt. Hab ich wieder rausgeworfen. Caching + gzip der Seiten reicht aus (wordpress Plugin)

von Infrastruktur als Rankingvorteil – SEO.at am :

[...] Onpage- und Offpage-Optimierung: Alles klar! Aber Infrastruktur?!? var szu=encodeURIComponent(location.href); var [...]

von Susanna am :

Seit die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus ein Kriterium geworden ist, sollte man hier wirklich Wissen und Geld investieren. Außerdem ist es nie verkehrt, unterschiedliche Projekte auf unterschiedlichen IPs laufen zu lassen.

von Infrastruktur als SEO Ranking-Chance | Online Marketing Blog am :

[...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – Infrastruktur als SEO Ranking-Chance | Online Marketing Blog [...]


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