Die “Keyword Density” (englisch für Schlüsselwort-Dichte oder Suchwortdichte) ist in aller Munde. Doch kaum ein anderer SEO Faktor wird so oft missverstanden wie die Keyword Density. Warum das so ist und wie Sie diesen äusserst wichtigen SEO Faktor sinnvoll einsetzen können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht über irgend eine Faustformel bezüglich der “optimalen Keyword-Dichte” in Webseiten stolpere. Manche schwören auf einen Wert zwischen 3% und 5%. Andere sind sich sicher, dass ab einer Schlüsselwort-Dichte von 7% Google die Suchmaschinen die Seite als Spam abstrafen. Wieder andere sind mutiger und behaupten, dass eine Keyword-Dichte bis 12% vollkommen in Ordnung sei.
Aus der trockenen, mathematischen Sicht sieht die Keyword Density relativ einfach aus.

Mit Hilfe dieser Formel kann die Keyword Density eines gegebenen Dokuments berechnet werden. kd steht für die Keyword Density. Die Keyword Density wird als Quotienten aus der Termfrequenz tf und der Termanzahl l berechnet. Die Termfrequenz tf(uv) gibt an, wie oft der Term u im gegebenen Dokument v vorkommt. Die Termanzahl l(v) gibt an, wieviele Terme insgesamt im Dokument v vorkommen.
Deshalb sagt die Keyword Density überhaupt nichts aus
Eine Aussage über die Keyword Density eines Dokuments als isolierter Wert macht aus mehreren Blickwinkeln keinen Sinn. Das lässt sich an einem einfachen Beispiel bereits verdeutlichen: Ein gegebenes Dokument v habe eine ermittelte Keyword Density von 8%. Das lässt nun mehrere Rückschlüsse zu:
- Wenn das Dokument aus 100 Wörtern besteht, kommt das Schlüsselwort 8 mal darin vor (Aber: Mit welcher Dichte kommen andere Wörter im Dokument vor?)
- Besteht das Dokument aus 1000 Wörtern, kommt das Schlüsselwort sogar 80 mal darin vor (Frage: Wie viele Wörter umfasst das Dokument eigentlich?)
- Je nach Verfahren zählen die Schlüsselwörter im Titel und der Description mit – oder auch nicht (Frage: Erfährt die Keyword Density im Title eine andere Wichtung als im Text?)
- Schlüsselwort-Kombinationen, die nicht unmittelbar aufeinander folgen, werden nicht mit berücksichtigt (Frage: Unterstützt mein Keyword Density Algorithmus Proximity / Anti-Proximity Analysemethoden?)
- und so weiter …
Gleichzeitig durchläuft das HTML-Dokument im Rahmen des Information Retrieval-Prozesses (Linearisierung, Tokenisierung, Filterung, Stemming und Gewichtung) eine komplette textuelle Modifikation. Eine sehr gut aufbereitete Erläuterung hierzu finden Sie im Artikel “Document Indexing Tutorial” von Dr. Garcia.

Damit macht eine Aussage zur Keyword Density über das Resultat, welches in der Datenbank der Suchmaschine landet, definitiv keinen Sinn mehr. Also brauchen wir zusätzlich zur Schlüsselwort-Dichte noch weitere Informationen. Ein guter Einstieg sind die Faktoren Termfrequenz, inverse Dokumenthäufigkeit und die Gewichtungsmethode TF-IDF. Abhandlungen (z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/TF-IDF ) gibt es dazu viele, daher behandle ich die Punkte auch nur kurz.
Matt Cutts geht auf all diese Faktoren leider nicht wirklich ein, sondern bleibt schön schwammig auf dem Level “schreibt es so, dass es sich sinnvoll anhört”:
Keyword Density + Termfrequenz
Die Termfrequenz stellt die Anzahl der Terme (Schlüsselwörter) dar. Damit ist die Termfrequenz ein erster Anhaltspunkt für die Bedeutung dieses Terms für dieses Dokument.
Es ist eine banale, aber wichtige Aufgabenstellung für die Suchmaschinenoptimierung: Wie oft kommt ein Term im gegebenen Dokument vor?
Inverse Dokumenthäufigkeit
Die inverse Dokumenthäufigkeit ist ein Faktor, um die Bedeutung eines Terms in Bezug auf die Gesamtmenge aller betrachteten Dokumente darzustellen. Je mehr Dokumente es also zu einem Schlüsselwort gibt, umso “schwieriger” wird die Erzeugung von Relevanz.
Die Gewichtungsmethode TF-IDF
tf-idf (term frequency – inverse document frequency) ist eine Gewichtungsmethode für Terme (Schlüsselwörter) beim Information Retrieval. Die term frequency (Termfrequenz) in einem gegebenen Dokument gibt einen Hinweis auf die Bedeutung dieses Terms für das Dokument. Die inverse document frequency (Inverse Dokumenthäufigkeit) misst die allgemeine Bedeutung des Terms für die Gesamtmenge der betrachteten Dokumente.
Ab welcher Keyword Density ist ein Text Spam?
Es macht kaum Sinn, hier eine pauschale Aussage zu treffen – es hängt schlicht vom Schlüsselwort ab. Und diese Werte wiederum lassen sich aus gut rankenden Websites ermitteln. Führen Sie eine Suchmaschinenabfrage für ein Schlüsselwort durch und ermitteln Sie
- die Keyword Density
- die Termfrequenz sowie
- die Termanzahl
der ersten 10, 50 oder gar 100 Suchmaschinenresultate. Diese Werte können Sie in der Regel losgelöst vom Ranking der jeweiligen Webseite durchführen – es geht hier nur um die Ermittlung der durchschnittlichen sowie der unteren und oberen Grenzwerte.
Was ist wichtiger als die Keyword Density?
Wichtiger als die absolute Keyword Density ist die Verteilung der relativen Keyword Density innerhalb eines Dokuments. Die relative Keyword Density innerhalb eines Dokuments gibt das deutlichste Signal und die eindeutigste Aussage über den Inhalt des gegebenen Dokuments.
Ich möchte das gerne an einem Beispiel aus meinem Website-Labor verdeutlichen. Hierzu verwende ich eine sinnvoll rankende Website und führe eine Keyword Density Analyse mit ein, zwei und drei Termen aus. Dazu verwende ich das Keyword Density Tool von SEOQuake (hat zwar seine kleinen Fehlerchen, aber generell ein wirklich empfehlenswertes Werkzeug!).
Das Resultat der Auswertung gibt ziemlich deutlich wieder, um was es sich thematisch auf dieser Website handelt. Zuerst die Analyse mit nur einem Term:
Klar abgegrenzt vom Rest mit einer Keyword Density von 6% das Schlüsselwort “Kredit”. Dabei wurde darauf geachtet, dass das Schlüsselwort “Kredit” an der oberen Grenze der auf Mitbewerber-Webseiten ermittelten Termfrequenz und Wortanzahl ausgerichtet ist. Danach folgende die zusätzlichen Schlüsselwörter “trotz” und “Schufa” mit einer eindeutig hohen Keyword Density. Schon jetzt kann man als Mensch eine Aussage darüber treffen, um was es wohl in diesem Dokument geht. Danach folgen Stopwörter, die ohnehin entfernt werden.
Die Analyse der Kombination mit zwei Termen verdeutlicht die thematische Ausrichtung: “trotz Schufa” dominiert – wünschenswert wäre es gewesen, wenn “kredit trotz” an erster Stelle stehen würde. Hier ist also noch ein wenig Optimierungs-Potential.
Ich gehe zwar erst später im Dokument auf das Thema “artverwandte Keywords” ein, aber man erkennt schon erste Zusammenhänge zwischen “Schufa” und “Auskunft”, welche hier bewusst eingesetzt wurden. Als Arbeitsmittel kann zum Beispiel das Google Wunderrad verwendet werden. Im Artikel “16 empfehlenswerte Keyword Tools” finden Sie eine ganze Reihe an Werkzeugen für Ihr Vorhaben.
Nun aber zurück zum roten Faden: Die Analyse mit 3 Termen zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen der Keyword Density der Kombination “kredit trotz schufa” und den restlichen Schlüsselwort-Kombinationen:
Juchu – damit wird die Onpage-Suchmaschinenoptimierung doch zum Kinderspiel!
Die Aufgabe wäre also relativ einfach:
- Führe eine Suchmaschinenabfrage für ein Schlüsselwort durch
- Analysiere eine ausreichende Menge an Mitbewerber-Websites hinsichtlich der Termanzahl, Termfrequenz und der relativen Keyword-Density um die oberen Grenzwerte zu ermitteln
- Erstelle daraus die Vorgaben für die Texte des jeweiligen Internet Angebots
- Nimm die Texte, setze die restlichen 70 Onpage-Faktoren um und …
… Tadaaaa, fertig!
Naja, so leicht ist es leider nicht – immerhin haben Suchmaschinen in den letzten Jahren einiges an “Erfahrung” gewonnen und in die Algorithmen implementiert. Das bedeutet, dass nun die Arbeit eigentlich erst richtig losgeht. Folgende Parameter möchten ebenfalls analysiert, ausgewertet und angewandt werden:
- Schlüsselwort-Abstand (Proximity und Anti-Proximity)
- Schlüsselwort-Verteilung innerhalb des Dokuments
- Häufung des Schlüsselworts in besonderen Bereichen
- Einsatz des Schlüsselworts in SEO-relevanten Bereichen wie Title-Tag, Description, Überschriften, Fettschrift, Listen, Bilder, Fliesstext und Links
- Einsatz artverwandter Schlüsselwörter zur “Festigung” des Textes mit Blick auf die personalisierte Suche
Übrigens: Über die hier beschriebenen Methoden lässt sich trefflich streiten – das ist ein wenig so, als ob jemand eine technische Chartanalyse als Grundlage für seine nächste Investitionsentscheidung in Aktien trifft. Grauenhaft, nicht? 50% der Leser wiederum finden diese Methode gut … Aber am allerwichtigsten: Texte für Benutzer schreiben, nicht für Suchmaschinen, gell? ;-)
Links
- Keyword Extraction from a Single Document using Word Co-occurrence Statistical Informationhttp://goo.gl/cn5f
- Term Frequency – Inverse Document Frequencyhttp://goo.gl/QcGn
- Topic Analysis Using a Finite Mixture Modelhttp://goo.gl/kkjl
- Implementation and Application of Term Weights in a MySQL Environmenthttp://goo.gl/8ohe
- Improving the Effectiveness of Informational Retrieval with local context analysishttp://goo.gl/OZjt








Hallo,
bin von der Ausführlichkeit des Artikels absolut begeistert. Für mich ist die Keyworddichte ein Faktor von vielen der Onpage-Optimierung. Ich nutze auch SEOQuake um einen Richtwert zu haben. Bei der ganzen Euphorie über SEO sollte nicht vergessen werden, dass Webseiten auch von Menschen gelesen werden! Ich möchte keinen Text lesen in dem ein bestimmter Begriff 10% des gesamten Textes ausmacht.
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Die Keyworddichte ist echt ein sehr heiß diskutiertes und höchst interessantes Thema. Meiner Meinung nach kann man gar nicht so pauschal sagen zu welchem Prozentsatz ein Wort am besten vorkommen sollte. Ich bin fest davon überzeugt das Google hier schon unterschiedliche Grenzwerte zwischen verschiedenen Arten von Texten hat. Wenn es sich beispielsweise um einen wissenschaftlichen Artikel einer Uni handelt werden bestimmt höhere Worthäufigkeiten akzeptiert als wenn nur der Firmenname ständig wiederholt wird. Wer in jedem einzelnen Satz immer wieder den entsprechenden Namen der Firma oder der Webseite nennt kann sicher sein das dies Keywordspam ist.
Wenn ich Content für eine Webseite erstelle dann verfasse ich erst mal in einem Textverarbeitungsprogramm einfach so nach Gefühl einen Text in dem die wichtigen Begriffe durchgehend immer wieder vorkommen. Anschließend formuliere ich die ersten Sätze so um das die Keywords möglichst weit am Anfang des Satzes vorkommen. Wenn ich dies erledigt habe lese ich nochmals den gesamten Text und entscheide dann nach meinem Bauchgefühl ob die Wörter nicht doch so häufig vorkommen das diese von einen Leser als Belästigung empfunden werden könnten. Da ich annehme das die Suchmaschinen versuchen Textinhalte so zu bewerten wie es menschliche Besucher auch tun würden halte ich es für am sinnvollsten wenn man von Anfang an die Texte Benutzerfreundlich für Menschen schreibt. Sicherlich kann ein Robot von Google & Co es sehr gut erkennen wenn jemand auf der gesamten Webseite immer versucht die Texte so zu schreiben das die Dichte bei z.B. genau 3 Prozent oder so liegt.
Prima Darstellung der Keyword Density und des Effektes auf die Platzierung.
Danke hat mir geholfen.
Kerstin
die Keywords sollen sich ja in den Text sinnvoll integrieren, deshalb finde ich die genaue Vorgabe unnötig.
Informationen dazu gibt es viele, letztendlich muss sich jeder selber entscheiden. Hilfe gibt´s hier:
4% als Spam gewertet wird.>
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Pingback: Wie wichtig ist die Keyworddichte? | seo-gold.de
Hallo,
ich bin u. a. bei Content.de auch und als 4+ Autor eingestuft. Ja, die meisten Texter setzen die Keys aus dem Bauch heraus und ja, einige machen es falsch. Auch hier können bestimmte Erfahrungswerte nichts schaden. Also liebe Texter, auch ein wenig experimentieren ;-), am besten mit eigenen Projekten, Blogs etc.
Vielleicht könnte man im allgemeinen Textteil bei content.de eingeben, wo die Keys hin sollen? Je genauer die Vorgaben, desto besser die Texte. Ich mache es ansonsten so, wie ich es ausprobiert habe und es ganz gut funktioniert.
Danke für den Artikel, wenn ich auch nicht alles bis ins kleinste Detail verstehe, so sind doch für Texter 2 Dinge wirklich wichtig:
1. Interessant schreiben für die Leser, echten Mehrwert bieten.
2. Mit verwandten Keys werden die Texte einfach schöner als wenn ein Key in jedem Satz mit Gewalt eingebaut wird. Also achtet auf Wortfamilien, Semantik und Bezug.
Viele Grüße
Heike
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Ich finde es immer wieder schön zu sehen wie vielseitig man im SEO sein muss. Ich bin überhaupt kein Mathematiker und habe ehrlich gesagt auf die Keyword Destiny gar nicht so geachtet. Ich sehe den Content immer mehr aus der Perspektive der Besucher, versuche aber wichtige Keywords vermehrt zu nutzen. Ich danke Dir für die eine neue Sichtweise, mal sehen wie ich diese umsetzten kann.
Jens heißt ab jetzt nur noch “tf” :)
Super Artikel, Newcomer *fg*
immer wieder gerne ;-)
Hallo Jens,
danke für Deine Ergänzung. Idealerweise sollte ich das jetzt noch in “Normalsprech” übersetzen und in den Artikel als weiteren Betrachtungspunkt integrieren. Da hast mir ja eine schöne Hausaufgabe übergeholfen :D
Ciao,
Karl
Ein wirklich ausführlicher und sehr sehr informativer Artikel.
Es zeigt sich doch immer wieder, dass man solche Themen nicht einfach so nebenbei angehen, sondern von Anfang an richtig planen sollte.
Und wer wissen will, wie man damit weiter rechnet: http://information-retrieval.de/irb/ir.part_1.chapter_3.section_6.topic_5.subdiv1_2.html
Und hier sieht man sehr gut, dass die reine Häufigkeit alleine eben nichts aussagt bzw. in diesem Fall niveliert wird.
Der beste Artikel zum Thema Keyword Density den ich bis jetzt gefunden habe ;)
A good article Thank you!
Sehr nützliche Informationen. Das ist ein Thema in das ich mich bald leider einarbeiten muss.
Danke für diese super Tipps.
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Thanks for good information that comes out to
read.
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Sehr guter Artikel zu diesem Thema. Als SEO-Anfänger finde ich das Tool SEO-Quake sehr hilfreich, danke für die Empfehlung. Die Optimierung des Content ist also doch nicht eine “soooo” einfache Angelegenheit. Welche Frage sich mir stellt ist “In wie weit beziehen die Suchmaschinen das Alter des jeweiligen Content oder Artikel mit in das Ranking ein?”
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Sehr ausgereifter und gut recherchierter Artikel. Ich kann die Kern Aussage bestätigen, es gibt keine definitiven Prozentzahlen und Grenzen dahingeghend was zuviel oder zu wenig Keywords sind.
Ähnlich der SEO Quake Toolbar möchte ich das auf unserer Webseite zu findende Keyword Analyse Tool empfehlen, um die Keyword Density zu ermitteln. Hierbei wird auch das Auftauchen eines Keywords in der URL berücksichtigt.
Hallo! Nach dem Lesen des Artikels stelle ich mir die Frage wie man in Zukunft Autoren anweisen soll Texte zu verfassen. Ich habe in den letzten Tagen mal einige Texte bei http://www.content.de/ in Auftrag gegeben. Da kann man für jedes Keyword eine eigene Keyworddichte in Prozent vorgeben, die der Autor berücksichtigen soll. Die Stellen wo die Keywords integriert werden, kann man jedoch nicht vorgeben. Das macht der Autor “aus dem Bauch” heraus. Was meint Ihr?
Beste Grüße
Uli
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