Suchmaschinenoptimierte Texte – worauf Texter und Auftraggeber achten sollten

Suchmaschinenoptimierte Texte sind gefragter denn je: Immerhin stellt die Erstellung eines jeden Textes eine kleine Investition dar. Aber was zeichnet einen suchmaschinenoptimierten Text eigentlich aus?

Nach meinem Artikel “SEO Mythos Keyword Density” wurde via Kommentar und per Mail gefragt, “wie man denn dann suchmaschinenoptimierte Texte schreiben (lassen) soll”? Die Frage ist durchaus berechtigt – immerhin nehmen die Anforderungen an textuelle Inhalte immer weiter zu. Ich habe heute zwar einen dicken Kopf nebst 4 Paracetamol intus, aber hey – hat ja keiner behauptet, dass das Leben einfach sei. Hier meine Empfehlung für gute suchmaschinenoptimierte Texte:

Anforderung 1: Lesenswert

Unglaublich, nicht? ;-) Lesenswerte Texte ziehen Backlinks magisch an. Und Backlinks sind ein wunderbarer Nährboden für die Suchmaschinenoptimierung. Das Dumme ist nur: Wie schreibt man lesenswerte Texte?

  • Stellen Sie Artikel bereit, die Ihren Lesern die Arbeit einfacher machen (Beispiel: Informieren Sie SEO-affine Leser über empfehlenswerte Keyword-Tools)
  • Werden Sie konkret. Greifen Sie ein Thema auf, bei dem jeder pauschal wird und sich hinter Standard-Phrasen a la “kommt drauf an” versteckt. Benennen Sie konkrete Szenarien und liefern Sie nachvollziehbare Zahlen (Beispiel: Was kostet eine Landing Page?)

Wenn Sie die Aufgabe haben, einen suchmaschinenoptimierten Text für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erstellen, dann beschreiben Sie nicht das Produkt. Schreiben Sie vielmehr, wie Ihre Leser ihren eigenen Kunden damit einen Mehrwert bieten können.

Anforderung 2: Lesbar

Im Posting “Leichte Lesbarkeit erleichtert das Lesen” habe ich drei Werkzeuge vorgestellt, um die Lesbarkeitswerte eines Textes zu ermitteln.

Suchmaschinenoptimierte Texte: Lesbarkeit

Lesbarkeit hört beim Flesch-Wert jedoch noch lange nicht auf. Achten Sie zum Beispiel

  • auf eine korrekte Strukturierung (Überschrift 1 – Überschrift 2 – Überschrift 3)
  • auf ein leicht lesbares Schriftbild
  • darauf, dass Sie auf unnötige Anglizismen und Fremdwörter verzichten
  • darauf, “leckere Lesehäppchen” zu servieren. Keine ASCII-Bleiwüsten, sondern ansprechende, kurze Absätze mit lesefreundlichen Überschriften.
  • darauf, wichtige Textpassagen fett hervorzuheben, um den Lesefluss (insbesondere im Scanning-Modus hektischer Website-Besucher) zu unterstützen.

Anforderung 3: Terminologie der Leser

Beschäftigen Sie sich vor der Schlüsselwort-Analyse mit der Terminologie der Bedarfsgruppe. Was für den einen ein Fahrstuhl ist, ist für den anderen ein Rollstuhl. Und eine Bank ist eine Bank ist eine Bank. Nämlich die im Garten. Sie können die suchmaschinentechnische Ausrichtung Ihrer Texte inhaltlich vorgeben, indem Sie artverwandte Schlüsselwörter einsetzen. Auf diese Weise können Suchmaschinen ermitteln, um welche Art der Bank (Gartenbank, Geldhaus, Speicherbank, …) es sich handelt. So sollte im Fall der Gartenbank eben auch der Garten und der Rasen vorkommen, im Fall des Geldhauses zum Beispiel der Kredit.

.oO(Da ich mit einer Berlinerin verheiratet bin: Wie schreibe ich eigentlich einen suchmaschinenoptimierten Text für ein Rezept für Berliner? Ich meine natürlich Pfannkuchen. Also gefüllte Krapfen. Die flachen Teigfladen halt. Sie verstehen sicher, was ich meine …)

Anforderung 4: Die richtigen Schlüsselwörter

Die Auswahl rentabler Schlüsselwörter ist eine kleine Königsdisziplin für sich. Hier gibts das Kapitel aus dem Buch “Haifischbecken Internet Marketing” zum kostenlosen Download.

Suchmaschinenoptimierte Texte: Schlüsselwortanalyse

Wenn Sie Ihre rentablen Schlüsselwörter ermittelt haben, sollten Sie diese auf ein Minimum reduzieren. Ich halte mich persönlich mittlerweile hart an die Regel: 1 Text – 1 Schlüsselwort. Je präziser Sie auf ein einziges Schlüsselwort eingehen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Schlüsselwort als besonders einflussreich für den Text gilt.

Anforderung 5: Der richtige Umgang mit der Schlüsselwort-Dichte

Da ich im letzten Posting bereits auf das Thema eingegangen bin, kommt hier nur noch einmal die Kurzzusammenfassung:

  1. Ermitteln Sie die allgemeine Schlüsselwortdichte sowie die Termfrequenz von gut positionierten Mitbewerber-Websites für Ihr Schlüsselwort. Erfassen Sie die Werte und notieren Sie sich die durchschnittliche und die maximale Schlüsselwortdichte.
  2. Als Vorgabe für Ihren suchmaschinenoptimierten Text nehmen Sie die maximale Schlüsselwortdichte und die maximale Termfrequenz . Plausibilisieren Sie das Resultat allerdings vorher: Wenn 50 analysierte Mitbewerberseiten eine maximale Schlüsselwortdichte von 0,7% und eine Termfrequenz  von 500 haben, kann man sich zumindest überlegen, ob man diesen Wert nicht einfach mal übersteigt … ;-)
  3. Gehen Sie jetzt bei den Texten der Mitbewerber ins Detail: Analysieren Sie, welchen Abstand die Schlüsselwortdichte ihres Schlüsselwortes zu den Schlüsselwortdichten der restlichen Terme im Dokument besitzt, dasselbe wiederholen Sie für die Termfrequenz. Notieren Sie sich diese Werte ebenfalls.

Warum eigentlich dieser Aufwand? Weil Pauschalaussagen wie “eine Keyword-Dichte von 3% – 5% ist gut” richtig sein kann, allerdings noch lange nicht richtig sein muss. Wenn Sie mit Ihrem Text aus technischer Sicht Relevanz erzeugen möchten, müssen Sie an die jeweiligen mathematisch ermittelten Grenzen gehen. Wenn Sie keinen Spam erzeugen möchten, sollten Sie jedoch innerhalb oder nahe bei diesen Grenzen bleiben ;-)

Damit haben Sie zwei wesentliche Werte: Die absolute Schlüsselwortdichte für Ihren Term im Gesamtdokument, sowie das Verhältnis der Schlüsselwortdichten des Terms zu allen anderen Termen. Ziel dabei ist es, allein durch die Abgrenzung mittels der Schlüsselwortdichte innerhalb des Dokuments eine klare, thematische Ausrichtung zu erhalten.

Tiefergehende Informationen zur Keyword-Dichte finden Sie im Artikel “SEO Mythos Keyword Density“.

Anforderung 6: Die richtige Textmenge

“Mindestens 250 Wörter” – 300 sind auch gut. Nein, im Ernst: Orientieren Sie sich auch hierbei an zwei Faktoren:

  • Die Textmenge, die Sie aufgrund der ermittelten Termfrequenz sowie der Werte für die Schlüsselwort-Dichte rein mathematisch benötigen (da sonst einer der Faktoren nicht erfüllt wird)
  • Die durchschnittliche Textmenge der Mitbewerbersites

Und weil wir immer an unsere Leser denken: Lange Texte sind herzlich willkommen und werden gerne gelesen. Sie dürfen nur nie eines sein: Langweilig!

Anforderung 7: Schlüsselwortpositionen

Wichtiges gehört an den Anfang. Also gehört Ihr Schlüsselwort

  • in die Überschrift,
  • in den Subtitle,
  • in die Einleitung.

Womit wir wieder bei der Anforderung “Lesbarkeit” wären. Achten Sie auf eine natürliche Verteilung Ihrer Schlüsselwörter – am Anfang eine etwas höhere Dichte, am Ende weniger. Aber dazu mehr im nächsten Posting.

Fazit

Mein Favorit ist Anforderung 1 ;-) Alles andere ist mühsames Handwerk, gehört meiner Meinung nach jedoch in die Werkzeugtasche eines jeden Autors für Internet-Texte.

So, der Schädel is kuz vorm platzen, Paracetamol ist alle – ich hoffe, die Infos helfen Ihnen :-)


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15 Kommentare zu Suchmaschinenoptimierte Texte – worauf Texter und Auftraggeber achten sollten

  1. von Michael :

    @PBraun: Vielen Dank für den Hinweis. Werde die mal ausprobieren!

  2. von PBraun :

    Ich selbst kann zum Beispiel Independent Publishing als Quelle für gute Texte empfehlen. Bisher haben wir dort immer sehr gute Erfahrungen gemacht und das bei Texten in 5 verschiedenen Sprachen.

  3. von Max :

    Dieses Danke schön kommt vielleicht etwas spät, aber Danke wollte ich trotzdem sagen.
    Besonders die Tools zur Überprüfung der Lesbarkeit sind klasse.
    Gruß, Max

  4. Pingback: Affiliate Auslese Januar | Affiliate Marketing Blog - Projecter

  5. von Thomas R. :

    “Zielgruppenorientiert” finde ich noch recht wichtig. Wer z.B. Kleidung für Jugendliche verkaufen möchte, der muss wohl eine Sprache wählen, die ich gar nicht verstehe ;)

  6. Pingback: Landingpage SEO

  7. Pingback: Website SEO

  8. Pingback: Die 8 beliebtesten #Onlinemarketing + #SEO Artikel

  9. von Mario Hieber :

    Leider vergessen viele den “Suchmaschinen-Part” oder kopieren frisch gleich Texte von anderen Werbematerialien wie z.B. Flyern … die genannten Tools sind übrigens Klasse! Werde ich künftig auch einsetzen danke :)

  10. Pingback: Top 10 der Woche 16/10 « Wochenrückblicke

  11. Hallo Karl,
    das Tool “Gehirn” benutze ich auch gelegentlich :-). Danke für die Nennung der beiden Tools. Besonders hilfreich für mich ist das Firefox Plugin SEOQuake. Das habe ich mir gleich installiert und ich bin davon begeistert.

    Neben der Keyword-Dichte halte ich auch besonders die Auswahl der geeigneten Schlüsselwörter für besonders wichtig.

    Mich würde interessieren, was Du von meinem neusten Artikel, ein SEO Praxisbeispiel über den gehackten Google Algorithmus denkst:
    http://treasurezone.de/seo-analyse-google-algorithmus-gehackt/

    Viele Grüße
    Jan

  12. von Karl Kratz :

    Hallo Jan,

    an Tools kamen SEOQuake, leichtlesbar.ch sowie das Gehirn ;-) zum Einsatz. Nicht mehr – allerdings auch nicht weniger.

    Herzliche Grüße,

    Karl

  13. von Jan :

    Nettes Beispiel, wie man eine Seite für “suchmaschinenoptimierte Texte” optimiert. Wurden spezielle Tools zur Analyse des Textes verwendet?

  14. von Udo Zweckerl :

    Hallo Herr Kratz!

    Schöner Bericht. Selbst schreiben kommt für mich aus Zeitgründen und Unfähigkeit nicht in Frage ;-)
    Daher habe ich bislang etwa 500 verschiedene Texte von “Textern” schreiben lassen – und dafür zwischen 1.5 und 3.5 Cent pro Wort bezahlt.
    Nun habe ich für meinen Shop jemanden texten lassen, der 10 Cent verlangt – aber diejenige war jeden Cent wert.
    Qualität kostet nun mal….
    Für eine einfache Zurbringerseite mag ein billiger Text ok sein, aber für wirklich wichtige Auftritte sollte man schon einen hohen Maßstab anlegen und entsprechend investieren; der Leser und potenzielle Kunde wird es danken.
    Beste Grüße

    Udo

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