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7 gute Gründe, warum 80% der Webshops überflüssig sind - und wie man es richtig machen kann


Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten 12 Monaten habe ich gefühlte 100 Webshops angesehen. Gute und schlechte, perfekt inszenierte und eilig hingeklatschte. Und wenn ich heute zurückblicke, kann ich ganz frech behaupten:

80% der deutschen Unternehmen brauchen ihren Webshop nicht, weil ...

  1. ... es bei der geringen Anzahl an Produkten eine handvoll Standalone Landing Pages genauso gut getan hätte. Wenn nicht sogar besser ;-) ...
  2. ... die Produkte zwar genial, der Webshop jedoch ein Standard-Shop mit Standard-Template ist und damit in der großen Masse der Standard-Shops mit Standard-Templates schlicht und einfach untergeht.
  3. ... die Hausaufgabe der Schlüsselwortanalyse so schlecht gemacht wurde, dass über die SEO-Maßnahmen kaum Besucher kommen, und die SEA-Maßnahmen zu teuer sind.
  4. ... die Produktstreuung derart an der Bedarfsgruppe vorbeigeht, dass echt alles zu spät ist.
  5. ... die Kaufprozesse nicht funktionieren, dieses aber auch noch nie jemandem aufgefallen ist. Man wunderte sich nur, warum niemand etwas kauft.
  6. ... der Shop perfekt ist - aber keine Besucher hat, weil man sich die Werbekosten gespart hat.
  7. ... die Benutzbarkeit in die Hände des Entwicklers und nicht des Usability-Experten gelegt wurde.

Viele Webshops verschleudern ihr Potential

Täglich erblicken hunderte neuer Webshops in Deutschland das Licht des Internets. Und täglich wird hundertfach das Potential, Produkte online zu verkaufen, auf nachlässigste Weise verschleudert. Zum Beispiel hier:

Webshop Verbesserungspotential

Entsetzlich. Eine reine Beschreibung der Produktattribute. Kein Wort davon, dass dieses Schmuckstück den Hals Ihrer Liebsten umschmeicheln wird. Keine Beschreibung, wie attraktiv sich die Trägerin fühlen wird, und .... und ... und. Ich habe keine Ahnung, ob meine Angebetete besser aussieht, wenn die Rückseite (des Anhängers) glatt und glänzend ist.

Liebe Webshop-Betreiber: Gebt euren potentiellen Kunden das Gefühl, einen Nutzen, eine Emotion, einen Wert zu kaufen. Und keine drögen Produktattribute.

Und vor allem: Wir Männer sind faul (ok, ich bin faul und bequem). "Die abgebildete Kette ist nicht im Preis enthalten" sendet mir das falsche Signal - ich möchte ein Schmuckstück kaufen, kein Ersatzteillager.

Beispiel für einen liebevollen Webshop

Wie viele eilig und lieblos hingeklatschte Webshops für Kinderspielzeug gibt es eigentlich? Standard-Shop-Template, emotionsarme Produktbeschreibungen und auf der Tischdecke geknipste Bilder - ich habe das Gefühl, es gibt tausende davon. Und dann gibt es auch Ausnahmen - über eine davon bin ich vor kurzem gestolpert.

Ich bin wahrscheinlich so ein typischer Papa, den man in genau diese Schublade stecken kann:

  • zu wenig Zeit für die Kids, daher ein notorisch schlechtes Gewissen
  • wenn ich Spielzeug kaufe, dann soll es etwas Besonderes sein
  • Ich achte nicht auf den Preis und kassiere deshalb bei teurem Spielzeug einen Rüffel von meiner Frau. Aber hey - bis dahin stehe ich meinen Mann ;-)
  • Billig aufgemachte Webshops schrecken mich ab, auf Schnäppchen und 1-Euro-Spielkram habe ich schlicht keine Lust

Genau diese Art Konsument kommt bei dem Webshop MANUMANU voll auf seine Kosten (nein, ich bin kein Affiliate, und das ist auch keine Werbeveranstaltung): Abseits von den großen Spielzeughändlern ist das einer der am liebevollsten gestaltete Webshops, die ich je besucht habe:

Vorbildlich gestalteter Webshop: MANUMANU

Sehr schöner und guter Webshop für Kinderspielzeug

Schon alleine die Navigation lädt zum "Stöbern" ein, selbst wenn ich eine klare Vorstellung davon habe, für welchen meiner beiden Knöpfe (1x Mädel, 1x Bub) ich etwas bestellen möchte. Hier wurde offensichtlich ganz gezielt die volle Bandbreite des Neuromarketings ausgeschöpft: Farbwahl, "visuelle Haptik", Spiel mit Räumlichkeiten und Formgebung und viele Details mehr. Gleichzeitig wurde die Benutzbarkeit durchgängig hoch gehalten.

Vertrauensbildende Elemente mal ganz anders

Wer kennt es nicht, das "TÜV-Siegel", welches fast schon notorisch auf jeder Landingpage pappt und in jedem Webshop klebt? Dieses Siegel ist ein wichtiges, vertrauensbildendes Element. Wir sehen es und wissen: Hier muss alles mit richtigen Dingen zugehen, schließlich klebt das TÜV-Siegel drauf. In der echten Welt sieht es zwar oft anders aus, aber hey - das ist ein anderes Thema ;-)

Vertrauensbildende Elemente

Obwohl diese drei Zeichen selbstverständlich nicht bekannt sein können, erzeugen diese in mir eine Art "behagliches Sicherheitsgefühl". Kann sein, dass das nur bei mir so ist - hier wäre eine kleine Untersuchung sicher eine sehr aufschlussreiche Sache. Alles in allem eine gute Idee, Symbolik und Farben zu einer Reihe an eigenen "vertrauensbildenden Elementen" zu kombinieren. Das hebt angenehm von der großen Masse ab.

Liebevoll gestaltete Produktbeschreibungen

Bereits im Posting "Webshops verschleudern Potential" habe ich darüber berichtet, wie eigentlich hochwertige Produkte durch eigentlich grauenhaft stereotype Beschreibungen maximal abgewertet werden.

Webshop > Kinderspielzeug > Clownfish

Die Produktbilder sind fast durchweg sehr hochqualitativ, eine Online-Lupe vergrößert Details und die Texte sind emotional sehr ansprechend. SEO-technisch würde sich der eine oder andere Text sicher noch optimieren lassen, aber mit Blick auf die Einzigartigkeit der Texte hat dieser Shop definitiv die Nase vorne.

Insgesamt betrachtet, kann ich diesen Shop einfach nur empfehlen. Natürlich nur Vätern, die ähnlich ticken, wie oben beschrieben ;-) ...

Viel Spass beim Stöbern,

Euer Karl

Landingpage Ebook

8 Kommentare zu 7 gute Gründe, warum 80% der Webshops überflüssig sind - und wie man es richtig machen kann

von Ulrike Giller am :

Ein sehr interessanter Artikel, da kann ich absolut nur zustimmen. An lieblos gemachten Webshops surfe ich als Kunde schnellstens vorbei. Webshops sind absolut nicht mehr am Puls der Zeit und wenn dann bitte mit ganz "viel Liebe" und Mehrwert gestaltet. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass gezielte Landingpages wesentlich effektiver sind und mehr eingesetzt werden sollten. Eine Praxis, die in Amerika schon längst erfolgreich umgesetzt wird, kommt jetzt erst so langsam nach Deutschland.

von Manuel am :

Ich sehe das Problem vor allem in den Betreibern und deren Einstellung. Ich habe als Webdesigner bereits Aufträge bekommen, bei denen ich mehr als traurig um das verschenkte Potential war. In die Produkte oder einen lokalen Laden werden viele 1000 Euro pro Monat investiert, sobald es aber um die Webseite bzw. einen Shop dafür geht wird so viel gespart wie es nur geht. Die Denkweise ist noch immer: Ich muss ins Web, dann kommen die Kunden und Bestellungen von ganz allein. Diese Denkensweise bekommt man jemandem, der nicht mal 500 Euro für einen kompletten Shop ausgeben möchte aber auch nicht ausgetrieben. Also schnell her mit der Fertiglösung, kurz ein wenig grafisch angepasst und schon ist der Shop fertig. Was der Profi rät ist dann erst mal egal, denn der Shop ist ja da und die Bestellungen kommen automatisch. Nach ca. 2-3 Monaten erfolgen dann fast immer die ersten Anrufe: "Es bestellt niemand, bringen Sie mich in Google auf die 1!" Erneutes Budget: 200-300 Euro. Was dann meist bleibt ist die Chance, es über AdWords abzuwickeln, denn eine langfristige SEO-/Content-Strategie ist teuer... zu teuer für die 80% der Shops.

von Laura Geisbuesch am :

Hi, ich habe auch in der letzten Zeit einige Fragen zum Thema Webshop erhalten und kann Ihre Meinung nur bestätigen: Mit Landingpages ist man wesentlich flexibler als mit einem Webshop. Viele Grüße Laura Geisbüsch

von Sören Somann am :

Für Babyartikel sind wir Erwachsene ja erfreulicherweise bereit mehr zu bezahlen, wenn es um die Gesundheit unserer Kleinen geht. Manumanu vermittelt einen spielerischen, hochwertigen Touch, made in Germany. Schaut man sich den Quelltext an, stellt man fest, daß es sich um einen OXID-Shops handelt. Made in Freiburg. Das Backend macht auch sehr viel Spaß im Tagesgeschäfts. Scheint sich bei den kreativen Shops zu etablieren. Mir gefällt z.B. auch der Kaffeeshop www.sonntagmorgen.com sehr gut. Gerade aus SEO-Sicht.

von Online Marketing Methode für Webshops am :

[...] dann passiert, ist schnell erzählt: Der Webshop ist da, das Budget aufgezehrt. Die Kunden bleiben aus, weil die Suchmaschinenoptimierung zeitlich [...]

von Martin Tauber am :

Hallo, Ich bin begeistert vom Aufbau des Fashion-Shops http://yalook.com . Leider nicht mehr lange online ( http://www.textilwirtschaft.de/news/schlagzeilen/pages/Yalookcom-floppt-Otto-zieht-die-Reissleine_65385.html ). Ansonsten finde ich auch http://www.frontlineshop.com sehr benutzerfreundlich. Bin gespannt auf die weiteren Vorschläge in den Kommentaren! Grüße, Martin

von Uwe Ramminger am :

Also für mich ist und bleibt der beste Shop einfach Amazon. Da bekomme ich nahezu alles und das innerhalb von 24-48 Stunden, die Bezahlung ist außerdem bequem. Nachteil: Amazon wird leider immer unübersichtlicher und man muss etwas aufpassen, dass man nicht beim falschen bzw. zu teuer bestellt...

von ALsCastle am :

Wohl wahr. Ob's 80% sind`? Pfff... völlig wurst! Bei den meisten lässt sich sicherlich mehr als nur ein Makel finden. btw: Sehr interessante Umfrage(wie immer). Gibt einen schönen Mehrwert ;-)


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